Nachdem am 19. Februar wieder 10-Tausende in Dresden erfolgreich gegen Europas größten Neonaziaufmarsch demonstrierten und den Marsch der Faschisten verhinderten, folgt „traditionell“ im März der Marsch der Faschisten in Lübeck.
Auch diesen gilt es wie immer zu verhindern, schon deswegen, weil das Faschistenproblem längst auch in Stormarn angekommen ist.
Seit Jahren gibt es aktive Neonazis in Stormarn, aber das erste Mal verfügt Stormarn über Basisgruppen der Faschisten in jeder größeren Stadt, die sowohl vernetzt als auch unabhängig voneinander agieren.
Gerade die Faschisten, die sich in den „Autonomen Nationalisten Stormarn“ (abgekürzt NS, damit will die Gruppierung sich in die Tradition der NSDAP stellen) gefunden haben, treten immer wieder kreisweit mit äußerster Gewaltbereitschaft auf.
Diesem losen „Verein von Faschisten“ werden zahllose Gewalt- und Straftaten vorgeworfen.
Auffällig ist auch der Organisationsgrad und die kriminelle Energie, mit der die Straftaten begangen werden. Von den Stadtvertretern der betroffenen Städte, insbesondere in Reinfeld, wird dieser regelrecht zu vertuschen versucht. Klar, die eigene Stadt verliert stark an Attraktivität wenn man ein „bekanntes Naziproblem“ hat . Dennoch ist es gerade ein wichtiger Teil der Kommunalpolitik, sich diesem Problem zu widmen. Ein positives Beispiel ist die Vortragsreihe des Kreises über Stormarn in der Zeit des Nationalsozialismus. Diese zeigt deutlich, dass auch in Stormarn gemordet, gefoltert, ausgebeutet und gehetzt wurde. Daher müssen die Städte, muss der Kreis, müssen wir alle unserer Verantwortung nachkommen. Zum Glück gibt es in der Bevölkerung bereits zahlreiche hervorragende Eigeninitiativen und Projekte in Schulen, Fußgängerzonen und mit der Antifa. Um so trauriger ist, dass die Menschen nicht nur mit dem Naziproblem, sondern auch mit dessen Lösung offenbar von der Kommunalpolitik allein gelassen werden. Es gilt, Runde Tische gegen Rassismus zu schaffen, Kampagnen für Toleranz zu starten und den Antifaschisten endlich ehrlich zur Seite zu stehen. Eine Erkenntnis muss sich aber am Ende durchsetzen: Das Problem ist deshalb so ausgeufert, weil zu viele es nicht sehen wollten!
Im benachbarten Lübeck scheint es ohne weiteres möglich, ein Bündnis gegen den Neonaziaufmarsch zu bilden, in dem nahezu alle Parteien, Kirchen und Jugendorganisationen vertreten sind. Dies hat doch auch Leuchtturmcharakter für Stormarn.
Nichtsdestotrotz, wenn die Nazis ihren „Marsch im März“ durch Lübeck vollziehen wollen, werden viele tausend Menschen sie wieder friedlich daran hindern müssen. Viele dieser Menschen werden auch aus Stormarn sein. Menschen, die ihre Verantwortung kennen und dafür eintreten – seien auch Sie am 26. März in Lübeck dabei!