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31. Januar 2011

Kultur in Stormarn

 

Am 10. Dezember vergangenen Jahres war es so weit: Dem Kreistag Stormarn wurden die „Kulturpolitischen Leitlinien“ in ihrer neuen Fassung zur Kenntnis gegeben. Diese war unter der geschickten Leitung der Vorsitzenden des Schul-, Kultur- und Sportausschusses, Hedda Bluschke (FDP), auf Grundlage der älteren Fassungen von 1992 und 1998 in einer interfraktionellen Arbeitsgruppe während mehrerer Monate ausgearbeitet worden. An diesem Dokument ist Mehreres bemerkenswert. Zunächst schon die Art seiner Entstehung: Es ist ein Beweis dafür, wie das Zusammenwirken von Menschen, die sich einer gemeinsamen Sache verpflichtet fühlen, ohne die eigenen Parteigrenzen als Grenzen ihres Engagements zu respektieren, ein wertvolles Resultat zu zeitigen vermag.

Mit den Leitlinien erheben die Verfasserinnen und Verfasser keinen Anspruch, die Etablierung einer spezifischen Stormarner Kultur in die Wege zu leiten. Wohl jedoch den, die in vielen Façetten zu registrierende Kultur in Stormarn zu beschreiben, dies verbunden sowohl mit grundsätzlichen Überlegungen, die das Verhältnis von Region und Kultur betreffen, als auch mit der Frage nach den beachtlichen Erfolgen der Kulturförderung in Stormarn ebenso wie nach den Möglichkeiten der Verringerung festgestellter Defizite.

Von Kurt Tucholsky, dem großen Schriftsteller der Weimarzeit, gibt es in seinem Aufsatz „Heimat“ (1929) die Bemerkung, er selber und seine demokratischen Mitstreiter würden sich in der Heimatliebe von niemandem übertreffen lassen. Heimatliebe erschöpft sich aber nicht in einem leeren Bekenntnis, sondern zielt in erster Linie auf die Ermöglichung eines kulturvollen Lebens für alle. In den Leitlinien von 2010 für Stormarn heißt es daher: „Kunst und Kultur waren seit jeher von großer Bedeutung für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und sind es bis heute. Sie fördern das Zusammenleben in den Gemeinden und sind damit identitätsstiftend für die Region.“

Zu den Defiziten in Stormarn gehört, seit Jahrzehnten immer erneut beklagt, das Fehlen eines Kreis-Heimatmuseums. Zu den vorhandenen, mittlerweile für die Kulturarbeit des Kreises unentbehrlichen Errungenschaften zählt ein hervorragendes Kreisarchiv. Andere Glanzpunkte in Stormarn sind die „Stormarner Hefte“, vor allem auch mit ihren regionalgeschichtlichen Beiträgen, die Denkmalpflege, Kulturhäuser und -stätten wie Schloß Reinbek, der Marstall bei Schloß Ahrensburg, die Trittauer Wassermühle und andere, Einrichtungen wie die Stormarner Kulturtage, künstlerische Aktivitäten (Literatur, Musik, bildende Künste). So wird hiermit die Erkenntnis großer Kulturphilosophen beherzigt, daß zwar Wirtschaft eine Lebensnotwendigkeit ist, aber das Lebensziel aller Menschen ein Dasein in Freiheit und Kultur.