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29. Januar 2018

Ein arbeitsfreier Feiertag zusätzlich – aber welcher?

2017 gab es in ganz Deutschland einen arbeitsfreien Feiertag: zur Erinnerung an den 31. Oktober vor 500 Jahren, an dem Martin Luther seine 95 Thesen an die Schloßkirche in Wittenberg schlug. (Einige Forscher meinen, der Text sei nur versandt worden.) Im Zusammenhang damit entstand im Norden eine öffentliche Diskussion, ob nicht künftig jedes Jahr hier ein zusätzlicher Tag arbeitsfrei bleiben solle. Denn während es z. B. in Bayern, gesetzlich verankert, 13 – in Augsburg sogar 14 – arbeitsfreie Feiertage gebe, seien es in den Küstenländern 4-5 weniger, in Hamburg hätte man z.B. neun.

Wenn ja, dann welcher Tag? Der 31. Oktober, der Reformationstag, wird genannt. Gegen ihn spricht, daß an ihm doch nur ein Ausschnitt der Menschen den Anlaß zum Feiern sieht, nur soweit protestantisch. Vorgeschlagen werden auch der 8. Mai, der Tag der Befreiung, dessen Bedeutung 1985 der damalige Bundespräsident v. Weizsäcker betonte; der 23. Mai, der Tag der Verkündung des Grundgesetzes; sowie der 8. März, der Weltfrauentag. Die beiden Daten im Mai verbinden sich sehr wohl mit einer Verpflichtung, der immerwährenden, den Rechtsstaat zu bewahren, ohne den Demokratie nicht zu haben ist. Doch liegt bei ihnen der Akzent stark auf dem „Erinnern an“.

Bei der Auswahl des 8. März läge der Akzent am stärksten auf der Aufgabe, deren Erfüllung ansteht: Erlangung der rechtlichen und ökonomischen Gleichstellung der Frau. Frauen erledigen nach UN-Angaben weltweit 2/3 der Arbeit, beziehen jedoch nur zehn Prozent globaler Einkommen, verfügen auch bloß über ein Prozent des gesamten Eigentums. Die UN nennen den 8. März „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“. In einer großen Reihe von Ländern ist der Weltfrauentag schon arbeitsfreier Feiertag.

So sollte es auch bei uns sein, in ganz Deutschland.

 

Heidi Beutin, Abgeordnete im Kreistag Stormarn für die Partei Die Linke