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22. Juni 2016

Fluglärm gemeinsam bekämpfen!

Die Debatte um die Belastung der Bevölkerung durch Fluglärm hat mittlerweile den Umweltausschuss des Kreistages erreicht. Die Interessen des Kreises werden in der Fluglärmschutzkommission durch Herrn Sarach wahrgenommen, Herr Harmuth ist Mitglied in der Allianz für Fluglärmschutz. Dennoch ist statt einer Entlastung eine Zunahme der Fluglärmbelastung zu registrieren. Das Land Schleswig-Holstein hat seine Anteile an der Betreibergesellschaft des Hamburger Flughafens bereits vor Jahren verkauft. Ist dies der Grund, warum auf der Informationsveranstaltung der Fluglärmschutzkommission vor Ort in Bargteheide Anfang Juni die verantwortlichen Vertreter des zuständigen Umwelt- und Wirtschaftsministeriums aus Kiel fehlten?

Fakt ist, dass drei von vier Flugbewegungen über Nordwesten (Kreise Segeberg und Pinneberg) sowie Nordosten – Kreis Stormarn – abgewickelt werden. Da neun von zehn Flugzielen jedoch im Süden von Hamburg liegen, müssen die Flugzeuge große Umwege machen. Mindestens dieser Teil des Fluglärms wäre weitgehend vermeidbar, wenn auch die südöstliche Start- und Landebahn – die bisher nur sehr sporadisch zum Einsatz kommt – anteilig mit genutzt werden würde.

Welche Möglichkeiten bestehen, um den Missstand zu beheben? Eine Reduzierung der Betriebszeit des Hamburger Flughafens auf werktags 6 bis 22 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 22 Uhr stellt ein gleichsam wirksames wie verhältnismäßiges Mittel dar, um einen nachhaltigen Interessensausgleich herbei zu führen. Wären durch die Einführung eines Nachtflugverbotes zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet? Bei dem Hamburger Luftverkehrscluster muss jedoch zwischen dem Flughafenbetreiber mit ca. 1.850 Arbeitsplätzen (davon ein großer Teil im prekären Niedriglohnsektor), Airbus mit ca. 12.500 und der Lufthansa Technik mit ca. 9.750 Arbeitsplätzen unterschieden werden. Airbus und Lufthansa Technik agieren weitgehend unabhängig von den Betriebszeiten des Flughafens. Außerdem verursachen sie zusammen weniger als 10 % der Flugbewegungen, die der Flughafenbetreiber zu verantworten hat.

Die Kieler Landesregierung muss den betroffenen Bürgern erklären, warum die Stadt Hamburg zu Lasten Schleswig-Holsteins einen Teil ihrer Einwohner über Gebühr vor Fluglärm schützt, während sie selbst tatenlos bleibt.


Heidi Beutin, Die Linke, Kreistagsabgeordnete