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15. September 2016

„Wir müssen wachsam bleiben“

Der Ahrensburger Bürgervorsteher Roland Wildemahnte 2014: „Wir müssen wachsam bleiben, aus einemF euer kann schnell ein Flächenbrand werden.“ Ein„Gang des Erinnerns“ führtj ährlich Ahrensburger Bürgerinnen und Bürger zum Mahnmal für die Opfer von Krieg und Verfolgung. Im Stadtgebiet erinnern Stolpersteine an das Schicksal von Opfern des NS (Arztehepaar Veronika und Hugo Rath). Soweit zur Notwendigkeit des Erinnerns.Und gegenwärtig? Es sind  wieder Hassprediger unterwegs,um aus den Funkender Fremdenfeindlichkeit in der Tat einen Flächenbrand zu entfachen. Hier gegen setzten in diesem Frühjahr in der Kreisstadt Bad Oldesloe1000 Teilnehmer bei der Demonstration des Bündnisses gegen Rechts ein sichtbares Zeichen. Die Anhänger eineroffenen demokratischen Gesellschaft stützen sich auf das Mittel rationaler Argumentation:Analyse der Programme der ‚Rechtspopulisten’  sowie von deren Einzeläußerungen. Doch wird immer auch der psychische Mechanismus erkannt,der den Zulauf zu AfD, Pegida und ähnlichen Bewegungen bewirkt? Psychologisch ist davon auszugehen,dass eine Person in sich selbst verliebt sein kann, nicht selten bis hin zur übersteigernden Selbstbewunderung. Die Selbstverliebtheit kann auch ein Kollektiv infizieren,zum Beispiel einen gewissen Anteil einer Nation.In milderen Formen fällt sie etwa zusammen mit dem Stolz auf vollbrachte Leistungen(so und so viele Goldmedaillen…). Zur übertreibenden Selbstliebe gelangt eine Person oder ein Kollektiv durch den Vergleich.So finden sich besonders Gruppen von Menschen zusammen, die sich in der Gesellschaft benachteiligt fühlen, die es wirklich sind oder es sich einbilden. Entschädigung suchend, verschieben sie ihren Zorn auf Außenstehende wie beispielsweise‚Flüchtlinge’,die nun angefeindet werden.Das verhilft ihnen dazu, sich selbst um so tiefer in die heimische Kultur ein gebettet zu empfinden. Geht jetzt die Regierung dazu über,statt einer Politik der Ausgrenzung„Außenstehender“eine zu betreiben, die diese zu begünstigen scheint, eröffnen  die Bevölkerungsteile,die gemäß ihrer Selbstwahrnehmung benachteiligt sind, eine doppelte Opposition:gegen die Migration wie gegen die Regierungspolitik.So erklärt sich das aktuelle Anschwellen des ‚Rechtspopulismus’ in Deutschland. Die Anhänger einer offenen demokratischen Gesellschaft müssten also stets auch des psychischen Mechanismus gewärtig sein,wenn sie dem Fremdenhass entgegen zu treten suchen. Heidi Beutin, Abgeordnete der Linken im Kreistag Stormarn