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8. September 2010

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit !

So steht es im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz aus dem Jahre 2003, der sog. Equal-Pay- Grundsatz. Soll bedeuten, daß ein Leiharbeitnehmer grundsätzlich nicht geringer entlohnt werden darf als sein Arbeitnehmerkollege aus dem Entleiherbetrieb, wenn sie die gleiche Arbeit verrichten. So gut, so schön - wenn da nicht die Ausnahmen wären, die es ermöglichen diesen Grundsatz auszuhebeln.

Hat die Leiharbeitsfirma einen eigenen Tarifvertrag abgeschlossen, dann gelten die in diesem Tarifvertrag festgesetzten – meistens niedrigeren Entgelte. Somit können dann ganz legal LeiharbeitnehmerInnen zu niedrigeren Löhnen als die der Stammbelegschaft an die Unternehmen entliehen werden.

Dieses Lohndumping geht auf die gesetzlichen Änderungen zurück, die die ehemalige rot-grüne Bundesregierung seinerzeit mit dem Ersten Gesetz f. moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt u. dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz verabschiedet hat.

 

 

Beschäftigte in der Leiharbeit erhalten bei gleicher Qualifikation und gleicher Aufgabenstellung im Durchschnitt 30% weniger Lohn als fest angestellte Beschäftigte.

Und das geht uns alle an !

Da häufig die niedrigen Löhne der LeiharbeitnehmerInnen nicht zum Lebensunterhalt ausreichen, müssen diese Niedriglöhne durch Hartz-IV-Leistungen aufgestockt werden.Über 10 Milliarden Euro wurden 2009 an „Aufstocker“ gezahlt. Der Staat subventioniert aus Steuergeldern die schlimmsten Auswüchse der Leiharbeit. Unternehmen steigern durch Niedriglöhne in der Leiharbeit, also Senkung der Lohnkosten, ihre Gewinne.

 

Die verfehlte Arbeitsmarktpolitik unserer Regierung fördert weiterhin die Umwandlung von regulären festen Arbeitsverhältnissen in schlecht bezahlte Teilzeit- und Leiharbeitsbeschäftigung.

 

 

Ein Blick in andere EU-Länder (z.B. Frankreich, Spanien) zeigt, dass es auch anders geht.

Der Grundsatz "Equal Pay" wird tatsächlich umgesetzt, es gibt keine Ausnahmen, keine Hintertürchen. Ab dem ersten Arbeitstag erhalten die LeiharbeitnehmerInnen den gleichen Lohn wie ihre fest angestellten KollegInnen aus dem Entleiherbetrieb.

Die Leiharbeitsbranche boomt. 625.400 Leiharbeiter gab es 2009 in Deutschland, Tendenz steigend. Auch Unternehmen in Ahrensburg beschäftigen LeiharbeiterInnen zu Niedriglöhnen – auch Ahrensburger arbeiten als LeiharbeiternehmerInnen und müssen aufstocken.

Es ist allerhöchste Zeit den Mißbrauch von Leiharbeit zu unterbinden. Leiharbeit darf keine "entwertete" Arbeit sein. Gleiche Arbeit, gleicher Lohn muss zukünftig ohne Ausnahmeregelungen gelten.

Zu unserem nächsten Treffen sind alle Interessierten und Mitglieder herzlich eingeladen: Donnerstag, 16. September – 19:00 Uhr im Maredo, Neue Straße 9, 22926 Ahrensburg.

Heike Nowicki, DIE LINKE. Ahrensburg und Umgebung