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7. Juli 2014

Gastkommentar Gigaliner

Heidi Beutin Kreistagsabgeordnete

Dass Stormarn unter den Landkreisen Schleswig-Holsteins wie überhaupt im Norden der Bundesrepublik ökonomisch eine Spitzenposition einnimmt, ist unbestritten.
Zu den Ursachen dafür zählt nicht zuletzt das Vorhandensein ausgezeichneter Verkehrsverbindungen. Allerdings sind damit auch Probleme gegeben, die sich künftig erheblich verschärfen könnten.

Stichwort Gigaliner:

In diesem Frühjahr hat das Bundesverfassungsgericht die Feldversuche weiterhin genehmigt. Sie müssen somit auch in den Bundesländern zugelassen werden, die sich dagegen ausgesprochen haben (Baden-Würnemberg und Schleswig-Holstein).
Z.Z. dürfen diese bis 25,25 m langen LKWs in Deutschland maximal 40 t wiegen. Sie können bei einer leichten Fracht ein sehr großes Volumen transportieren, was sich auf einer langen Tour immer lohnt. Von Nachteil ist aber, dass, wenn auf dem Rückweg eine schwere Fracht angeboten wird, der Gigaliner nur zum Teil beladen werden dürfte. So gesehen trifft die Behauptung nicht zu, dass zwei Gigaliner drei normale Lkw ersetzen.
Problematisch ist nicht erst seit heute der Zustand der Autobahn zwischen Hamburg und Lübeck, die erst vor wenigen Jahren erneuert worden war und bereits seit 2013 wegen der Beschädigungen hauptsächlich durch den Lastwagenverkehr wieder saniert werden muss. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer lobte bei der Wiedereröffnung die breitere und schnellere Autobahn und dass dadurch der Urlaubsverkehr reibungsloser verlaufen werde. Welch eine Augenwischerei ! Ist die feste Fehmarnbeltquerung fertig, werden die Lkw’s  aus den nordischen Ländern in einem Stück vom Nordkap bis Süditalien durchfahren können. Jedoch entfällt dadurch für die Fahrer die Pause auf den Fähren, so dass sich die Unfallgefahr durch Übermüdung erhöhen kann.
In Schweden sind inzwischen Transporter bis 90 (neunzig) Tonnen zugelassen. Nach Fertigstellung der festen Fehmarnbeltquerung sollen diese Monster mit Sondergenehmigung vieleicht auch bei uns fahren. Überdies werden nicht nur die Lkw uns Probleme bereiten. Auch die bis 850 m langen Züge werden hier den Verkehr stark behindern. Herausforderungen, die von den Stormarner Verkehrspolitikern sorgfältig bedacht werden müssen.