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29. April 2022

DIE LINKE. Bad Oldesloe gedenkt Opfern des Todesmarsches

Wie bereits im vergangenen Jahr hatten sich die Mitglieder des Ortsvereins der Partei DIE LINKE. auf dem "Alten Friedhof" versammelt, um dem Todesmarsch durch Bad Oldesloe 1945 zu gedenken.

 

"Die Todesmärsche gehören zu den Endphase-Verbrechen der Nazis und sind immer noch nicht voll ausgeforscht. Gerade im Chaos der letzten Kriegsmonate versuchten die Nazis ihre Verbrechen zu vertuschen.

 

Die Bezeichnung „Todesmarsch“ wurde im Nachhinein von Opfern des Nationalsozialismus geprägt und ist in der wissenschaftlichen Literatur ein geläufiger Begriff geworden. Das Standardwerk Enzyklopädie des Nationalsozialismus definiert Todesmarsch als ein „Phänomen im Dritten Reich, vor allem gegen Ende des Krieges, als die Häftlinge und Zwangsarbeiter etlicher KZ "evakuiert", d. h. in großer Zahl gezwungen wurden, unter unerträglichen Bedingungen und brutalen Misshandlungen über weite Entfernungen zu marschieren, wobei ein großer Teil von ihnen von den Begleitmannschaften ermordet wurde. Viele der Zwangsarbeiter/Innen mussten in KZs, Fabriken und auf Gutshöfen schuften. Oft waren sie hierbei der von den Nazis ausgegebenen Maxime "Tod durch Arbeit" unterworfen. Auch hier im Stormarn mussten viele Menschen Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen wurden in den letzten Tagen des Krieges ermordet, oder auf Todesmärsche geschickt. Hier auf dem Alten Friedhof ruhen die Gebeine eines ungekannten russischen Zwangsarbeiters. Das Schicksal dieses Menschen steht exemplarisch für so viele Menschen in Schleswig Holstein. Sie sollen nicht vergessen sein und deshalb werden wir weiterhin für eine lebendige und würdige Erinnerungskultur einstehen", versprach Hendrik Holtz; Ortssprecher der Linken in Bad Oldesloe.