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12. Februar 2012

Offener Brief II

JU stärkt Schulleitung

Glinder Zeitung vom 03.01.2012 , Seite 3

Offener Brief II - Zur Kenntnisnahme an

• die Schulverwaltung und Schülervertretung der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld,

• die Schulverwaltung und Schülervertretung der Sönke Nissen Gemeinschaftsschule,

• die Schulverwaltung und Schülervertretung des Gymnasiums Glinde,

• die Grünen Glinde

• die SPD Glinde

• die CDU Glinde

• die Stadtverwaltung Glinde

Betr.: Bildungsstreik, Antwort auf die Stellungnahme der JU Glinde

Glinde, der 28.01.2012

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Junge Union Glinde.
Wir danken der Jungen Union Glinde für ihre Reaktion in der Glinder Zeitung vom
03.01.2012 (auf Seite 3, Titel „JU stärkt Schulleitung“) auf unseren ersten offenen Brief
bezüglich des letzten und jüngsten Schulstreiks in Glinde (siehe unten). Mit Bedauern
stellen wir aber auch gleichzeitig fest, dass sich die anderen Parteien, wie auch die
Stadt und die Schulen, bisher mehr als bedeckt halten.
In besagten Artikel meint der „Glinder JU Chef Ricardo Rosendo Patricio“, dass sich
die Schulleitungen völlig korrekt und bewusst deeskalierend verhalten hätten.

Von Seiten der Schulleitungen für den Schulstreik vom 17. November 2011 scheint des
auch so gewesen zu sein. Allerdings haben sich die Schulleitungen in den vorigen
Streiks, insbesondere die Schulleitung des Gymnasiums Glinde, keineswegs
deeskalierend verhalten. Wir erinnern nur an den abstrusen Vorfall, dass das
Gebäude der Sönke Nissen Gemeinschaftsschule und des Gymnasiums Glinde mit
scharfen Polizeihunden gegen seine eigenen SchülerInnen abgeriegelt wurde.
Dass dieses Fehlverhalten bei den Bildungsprotesten in Glinde vom 17. November
nicht wiederholt wurde und dass SchülerInnen der Sönke Nissen Gemeinschaftsschule wie auch des Gymnasiums Glinde freigestellt wurden, haben wir bereits in unserem ersten offenen Brief thematisiert.
Dass es allerdings keine Androhung von Repressalien gab, wie es die Junge Union
behauptet, stimmt nicht. Wenn auch die Schulleitungen dies auch nicht getan haben
sollten, so aber sehr wohl ein Großteil des Lehrkörpers. Und an dieser Stelle müssen
wir uns fragen, was für eine Autorität die Schulleitungen gegenüber ihrem Lehrkörper
haben, wenn einzelne Lehrer schlechte Benotungen und Disziplinarverfahren
androhen und diese auch durchsetzen, obwohl sich die Schulleitungen deeskalierend
geben.
Daher fordern wir weiterhin mit Nachdruck die vollständige Aufklärung von Seiten der
Schulverwaltungen, wie viele Schüler welche Strafen erdulden mussten, weil sie für
die Verbesserung ihres Bildungssystems streikten. Die Schulverwaltungen haben
dabei alle disziplinarischen Verfahren offen zu legen, die in Verbindung mit den
Schulstreiks stehen, vom ersten bis zum jüngsten Streik. Damit meinen wir allerdings
nicht, dass persönliche wie auch vertrauliche Daten von einzelnen (und
minderjährigen) Personen öffentlich gemacht werden. Wir sind davon ausgegangen,
dass die Schulverwaltungen in der Lage sind, die Errungenschaften des 21.
Jahrhunderts zu nutzen, um entsprechende Passagen im Sinne des Datenschutzes zu
anonymisieren.
Zudem sagt die JU Glinde: „Im Sinne des Datenschutzes blieben eventuelle Strafen
schulinterne Angelegenheiten.“ Es folgt aus diesem Satz, dass die JU Glinde ihrem
eigenen Argument, dass die Androhungen von Repressalien und Disziplinarverfahren
nicht der Realität entsprächen, misstraut und nicht verhehlen kann, dass es doch
Strafen gegeben haben könnte.
Im Sinne einer weiteren Aufklärung möchten wir allen Parteien, den politischen
Jugendverbänden, den SchülerInnenvertretungen, der Stadt wie auch den
Schulleitungen den Vorschlag unterbreiten, dass wir uns alle bei Zeiten an einen
runden Tisch zusammen setzen, um über die Geschehnisse zu diskutieren. Über eine
direkte Antwort, und nicht nur über die Presse, würden wir uns sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
LINKE OV GOR und Linksjugend [`solid] Glinde