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16. Februar 2016

Fluglärm ohne Ende?

Wann sind Sie das letzte Mal geflogen bzw. wie oft sind Sie in diesem Jahr geflogen? Mit Sicherheit haben Sie dabei die Preise intensiv verglichen und waren froh über eine billige Flugmöglichkeit. Aber haben Sie auch daran gedacht, dass ein Teil der Bevölkerung unter dem massiven Fluglärm leidet?

 

Der Hamburger Flughafen feiert dies Jahr einen neuen Passagierrekord. Mit fast 159.000 Flugbewegungen – davon jede zweite ein sogenannter Billigflug – wird 2015 das zweitlauteste Jahr seit 1998 sein. Knapp die Hälfte aller Landungen sowie zusätzlich fast zehn Prozent der Starts finden über dem Kreis Stormarn statt. Täglich um sechs Uhr in der Früh beginnt der von den Betroffenen als Terror empfundene Lärm, der häufig bis Mitternacht andauert. Dass Fluglärm krankmacht, ist unbestritten.

 

Wie aber kann die Belastung auf ein dauerhaft erträgliches Maß verringert werden und wie ein gesellschaftlich akzeptabler Interessensausgleich zwischen dem Flughafenbetreiber, den Airlines und den Bürgerinnen und Bürger aussehen? Und wie sähe eine akzeptable Entwicklung am derzeitigen Standort aus?

 

Als erstes ist ein striktes Nachtflugverbot in der Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr zu fordern – 16 Stunden tägliche Betriebszeit an 365 Tagen im Jahr reichen aus. Zweitens müssen die Start- und Landegebühren für besonders laute Flugzeuge drastisch angehoben werden; gleiches gilt für besonders frühe und späte Flüge. Als drittes sind Mindestpreise für Tickets festzulegen. Lockpreise unterhalb der tatsächlichen Kosten sind sittenwidrig.

 

Innerhalb des Kreises Stormarn gilt es die An- und Abflugrouten in einer Art und Weise gemeinschaftlich festzulegen, dass möglichst wenig Menschen betroffen sind. Derzeit wird keinerlei Rücksicht darauf genommen, ob unbesiedelte Bereiche überflogen werden oder dicht bewohnte Städte und Gemeinden. Um die Korridore einvernehmlich festlegen zu können, bedarf es einer umfassenden neutralen Information mit großer Bürgerbeteiligung.

 

Von den Stormarner Mitgliedern in der Lärmschutzkommission ist zu erwarten, dass sie entschieden die Interessen der Bürgerinnen und Bürger des Kreises wahrnehmen. Auch Hamburg muss seine Hausaufgaben machen. Es darf nicht dabeibleiben, dass über die südöstliche Start- und Landebahn ein nur geringer Teil des Flugverkehrs stattfindet. Wer die Vorteile eines innerstädtischen Flughafens nutzen will, sollte auch anteilig die Nachteile akzeptieren.