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15. Juli 2015

Der Pullover des Papstes

Die Vertreter der G 7-Staaten (Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA, Deutschland) haben auf ihrer Konferenz auf Schloss Elmau am 8.6.2015 weit reichende Beschlüsse zur Klimaveränderung und den Klimafolgen gefasst. Seit dieser Konferenz gibt es das Stichwort „Dekarbonisierung“. Damit meinen die Staatsführer, dass die Staaten energisch – und so deutlich ist das bisher weder gesagt noch jemals festgelegt worden – aus der Energiegewinnung aus fossilen Stoffen – nämlich Kohle, Gas, Öl – aussteigen sollen und werden. Das soll bis 2050 geschehen, um das Ziel zu erreichen, die zunehmende Erderwärmung zu stoppen. D.h.: die Erderwärmung soll nicht über 2 Grad  hinausgehen. Eine höhere Erderwärmung würde, so die Klimaforscher vom Potsdam-Institut für Klima-folgenforschung, z.T. katastrophale Folgen haben:

-          das Eis der Polkappen würde weiter abschmelzen, die Wasserspiegel der Ozeane würden gefährlich steigen und tiefer gelegene Landstriche überfluten, das Klima würde sich verändern (heißere und trockenere Sommer, kältere Winter), die Wüsten würden sich ausbreiten, Trockenperioden würden zunehmen. (vgl: Friedrich-Wilhelm Gerstengabe, Harald Welzer: Zwei Grad mehr in Deutschland. Wie der  Klimawandel unseren Alltag verändern wird. Fischer-Taschenbuch 2013)  

Es handelt sich um ein weltweites Projekt. Der Weltklimarat (IPCC) hat in diesem Zusammenhang das  Konzept des „globalen Emissionsbudgets“ entwickelt, mit dem er hofft, das 2 Grad-Ziel zu erreichen, wenn sich denn alle Staaten daran hielten !

Auch Papst Franziskus hat sich mit seiner Enzyklika „Laudato si“ (= Gelobt seist du) in die Diskussion um die Klimafolgen eingeschaltet. Er macht nachdrücklich darauf aufmerksam, dass vor allem die Länder der Dritten Welt unter der Klimakatastrophe leiden: Die Reichen der Industrieländer verursachen den Klimawandel, die Armen der Dritten Welt müssen ihn bezahlen, indem sie unter Umweltkatastrophen zu leiden haben !

Der Papst wird dann ganz konkret – und damit sind wir bei uns in Ahrensburg. Was können wir tun, um unseren privaten Energieverbrauch einzuschränken ? Wir können z.B. energiesparende Geräte benutzen. Wir sollten weniger Kraftstoff fressende Autos mit hoher PS-Zahl fahren. Schließlich können wir uns daran gewöhnen, die Räume, in denen wir leben, nicht übermäßig zu heizen, sondern bei geringeren Raumtemperaturen - so schlägt es der Papst vor – einen Pullover anzuziehen.

Mit solchen überlegten Schritten können wir daran mitwirken, den Energieverbrauch ein-zuschränken und klimaschädigende Emissionen zu verringern.

 Joachim Land, Die Linke