Detailansicht
1. April 2021

Immer weniger Sozialwohnungen in Stormarn

Bad Oldesloe – Eine Anfrage der Fraktion Die Linke im Stormarner Kreistag an die Kreisverwaltung hat einen  deutlichen Rückgang der Wohnungen mit Sozialbindung seit 2014 im Kreis Stormarn gezeigt.

Gab es 2014 noch 2105 Wohnungen mit Zweckbindung, so waren es 2020 nur noch 1843.

“Das heißt, dass Stormarn in einer Zeit, in der die Mieten permanent steigen und der Druck auf den Wohnungsmarkt durch den Bevölkerungszuwachs im Kreis stetig zunimmt, 262 Sozialwohnungen weniger hat als noch vor sechs Jahren“, sagt Fred Grosser, Bürgerliches Mitglied für Die Linke im Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss des Kreistages.

„Allein in den letzten drei Jahren hat Stormarn einen Bevölkerungszuwachs von einem Prozent zu verzeichnen, gleichzeitig sinkt die Zahl der Sozialwohnungen stetig und wird das laut Prognose im Wohnungsmarktprofil 2020 des Kreises auch weiterhin tun”, so Grosser. Das sei gerade in Zeiten der Krise, in deren Folge mehr Menschen als zuvor in finanzielle Nöte geraten und auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sein werden, eine mehr als bedenkliche Entwicklung.

„Die Linke sieht die Entwicklung des Wohnungsmarktes im Kreis insgesamt sehr kritisch“, ergänzt Florian Kautter, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag.

„Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum hat bisher kaum dafür gesorgt, dass genügend Neubau von bezahlbaren Wohneinheiten im Kreis stattfindet, während die vertragliche Zweckbindung für immer mehr sozialen Wohnraum wegfällt”, sagt Kautter. Seine Fraktion ist weiter der Meinung, dass eigener Wohnungsbau durch Kreis und Gemeinden die sinnvollste Lösung ist um einen angemessenen Anteil Sozialwohnungen beim Neubau sicherzustellen und diesen auch nachhaltig zu machen, da hier der Wegfall der Zweckbindung nach Ende einer vertraglichen Frist nicht notwendig ist.

“Insgesamt muss aber auch über die Sozialwohnungen hinaus sehr viel mehr bezahlbarer Wohnraum statt Luxuswohnungen und Einfamilienhäusern entstehen”, sagt Kautter. Und der Anstieg der Mieten in Schleswig-Holstein sollte ähnlich wie in Berlin durch einen wirkungsvollen Mietendeckel begrenzt werden: “Ohne Wohnungsbau durch die Öffentliche Hand wird die Zuspitzung auf dem Wohnungsmarkt immer weiter eskalieren. Dagegen müssen wir endlich ernsthaft angehen.”