Detailansicht
19. März 2015

vi estas bonvena

Von den ca. 55 Mio. Flüchtlingen weltweit gelangten letztes Jahr ungefähr – legt man die Asylanträge zugrunde - 200 000 Personen nach Deutschland. Damit steht Deutschland in Europa in realen Zahlen an der Spitze, gefolgt von Frankreich. Setzt man die Zahl der Anträge aber in Relation zur Bevölkerungsanzahl liegt Schweden an der Spitze, Deutschland lediglich auf Platz 9 in Europa und weltweit auf Platz 16.

Nach Schleswig-Holstein kommen aufgrund des gültigen Verteilungsschlüssels 3,4% der Flüchtlinge, das waren 2014 über 7000. In diesem Jahr werden ca. 20 000 Personen erwartet, davon etwa 8% in Stormarn.

Hinter diesen Zahlen verbergen sich schwere Schicksale von Leid, Verfolgung, Traumata, Verlust von Angehörigen und vieles mehr.

Sicherlich verlässt niemand freiwillig seine Heimat, seine Familie,

seine gewohnte Umgebung. Und denen, die nach Deutschland kommen, Schutz und Aufnahme zu gewähren, ist das Mindeste, was wir tun können. So haben sich in vielen Städten und Gemeinden unseres Kreises Initiativen gebildet, die den Flüchtlingen helfen, sie bei Behördengängen unterstützen und

Deutschkurse anbieten. Dieses gilt es zu unterstützen und fortzuführen.

Auf der anderen Seite gibt es leider viele Vorbehalte, wenn z. B. gegen eine Flüchtlingsunterkunft im reichen Stadtteil Harvestehude in Hamburg geklagt wird oder in Escheburg ein Nachbar einen Brandsatz in eine für Flüchtlinge vorgesehene Unterkunft schmeißt.

Dieses gilt es zu bekämpfen und zu verhindern.

Wir möchten eine Willkommenskultur entwickeln, die den Flüchtlingen zugewandt ist.

Wir möchten, dass die Flüchtlinge nicht mehr in entwürdigenden Sammelunterkünften untergebracht sind, wie z B. in Neumünster, wo über 900 Flüchtlinge in einem Heim mit 650 Plätzen eingepfercht sind.

Wir möchten daher, dass sich der Kreis um dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten in Wohnungen kümmert und dazu evtl. Leerstände zeitweise requiriert oder eigene Immobilien unentgeltlich zur Verfügung stellt.

Wir möchten, dass die Flüchtlinge ihren Aufenthaltsort frei wählen können, um bei ihren Familien oder Verwandten leben zu können.

Wir möchten, dass der Bund die Kommunen finanziell unterstützt. So sollte er die Kosten für die Unterbringung übernehmen und so die Kommunen entlasten.

Wir möchten, dass der Kreis die Bevölkerung verstärkt informiert, um rechtspopulistischen Organisationen und Bürgerinitiativen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Heißen wir die Flüchtlinge willkommen:

Refugees Welcome!

Heidi Beuti Die Linke