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8. Juni 2015

Zur Zukunft des ÖPNV in Stormarn-Süd

Bis Mitte Dezember 2014 hat der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) den Metrobus 11 von der U-Bahn in Hamburg-Billstedt bis Haidkrug in Neuschönningstedt auf eigene Kosten betrieben. Inzwischen stellte er den Metrobus ein und ersetzte ihn durch ein so genanntes ÖPNV-Grundangebot mit der Linie 133. Dies bedeutet oftmals Ausdünnung: statt 10min Takt 20min, statt 20min Takt 40min.

Bereits im Jahr 2010 fragte die Kreistagsfraktion der Partei DIE LINKE an, wie die Zukunft des ÖPNV angesichts neu ausgewiesener Baugebiete in Glinde, Neuschönningstedt und Oststeinbek gestaltet und verbessert werden könne. Die Antwort aus dem Verkehrsausschuss lautete sinngemäß, dass das Busangebot in Stormarn-Süd überdurchschnittlich gut sei, im Gegensatz zu anderen Gemeinden in Stormarn. Das Angebot ist jedoch  nicht erweitert worden, trotz Bevölkerungszuwachs in den Hamburger Randgemeinden. Folgen: überfüllte Busse, Fahrgäste werden an den Haltestellen nicht mehr mitgenommen, der Verkehr auf der Möllner Landstraße staut sich mehr denn je. Auf Proteste der Bevölkerung reagieren die Gemeinden mit Informationsveranstaltungen, auf denen die Bürger ihre Bedenken anmelden sowie Wünsche an das neue, EU-weit auszuschreibende Bus-Angebot äußern können. Die Ünderung soll zum Januar 2017 in Kraft treten.

Der Kreis will nur das Grundangebot übernehmen. Alles darüber Hinausgehende sollen die Gemeinden zahlen, so den Nachtbus, an dessen Finanzierung sie sich beteiligen.

Öffentliche Personenbeförderung gehört nach unserer Auffassung zur Daseinsvorsorge. Da nicht alle Gemeinden in Stormarn sich ein vorbildliches ÖPNV-Angebot leisten können, müßte der Kreis zusätzliche Kosten tragen.. Nur eine zukünftige attraktive ÖPNV-Versorgung verhindert das Ausweichen unzufriedener Fahrgäste auf das Auto und die zunehmende Strapazierung der Verkehrssituation. Die Konsequenz wäre der Neubau von Umgehungsstrassen, was Grünflächen weiter reduzieren und somit Lebensqualität negativ beeinflussen würde. Ein unzureichendes öffentliches Verkehrsangebot führt zu geringeren Fahrgastzahlen, die wiederum Ausdünnung des ÖPNV zur Folge haben.

 

Heidi Beutin (Kreistagsabgeordnete)