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28. Mai 2009

Tatort Barsbüttel: Heute die Kollegen von Hamotec – Morgen deine Kollegen und du?

Der Tathergang

Verantwortungsvoll handeln: Davon reden Unternehmer immer wieder gerne.
Nur in Barsbüttel, dem kleinen Ort am Rande Hamburgs, scheint man davon nichts gehört zu haben. Die Fa. Hamotec hat Insolvenz angemeldet und alle gut 70 Beschäftigten entlassen.

Dabei war die Firma bis November 2008 gut ausgelastet. Der einzige Auftraggeber, der Bremsbelegehersteller Honeywell aus Glinde, hatte großen Bedarf. Aber nun: die Krise! Danach folgten Kurzarbeit und nun die Insolvenz.

 

Der Hauptverdächtige

Interessant! Der Insolvenzverwalter stellte fest, dass die Unternehmensleitung vorbildlich gearbeitet hatte. Es gab gegenüber anderen Firmen keine Schulden und auch alle Gläubiger waren bedient. Die Löhne der Arbeiter hingegen musste Herr Haug, Geschäftsführer von Hamotec, leider schuldig bleiben.  Nicht umsonst ist er neben seiner Geschäftsführerposition auch noch Unternehmens- berater und Schatzmeister der „Wirtschaftlichen Vereinigung Barsbüttel“.
Merkwürdig! Maschinen der Fa. Hamotec tauchen plötzlich bei dem Reinbeker Betrieb, der Fa. Lomopack, auf. Diese könnte wohl die Aufträge von Honeywell übernehmen.

 

Die Notwehr

Doch die Belegschaft von Hamotec ließ sich nicht so einfach abfertigen. Kurzerhand wurde 3 Tage lang die Auslieferung der Firma Lomopack blockiert, indem man die Straße besetzte. Die anrückende Staatsmacht war sprachlos.

Die Kolleginnen und Kollegen wissen: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Nach drei Tagen Blockade und nachdem der Insolvenzverwalter das Kommando übernommen hatte, waren die Aufträge wieder da. Hamotec arbeitet mit Volllast.

 

Das Motiv

Sollte das Unternehmen Hamotec in Barsbüttel nur exemplarisch dafür stehen, dass Unternehmer gar nicht so verantwortungsvoll sind, wie uns erzählt wird, sondern ganz gewöhnliche Kapitalisten, die die Krise dazu benutzen, den eigenen Profit zu erhöhen und die Lasten auf die Beschäftigten abzuwälzen?
Die Kolleginnen und Kollegen bei der Fa. Hamotec sind gewerkschaftlich gut organisiert. Sie haben einen Betriebsrat und bekommen einen tariflichen Lohn. Will man sie loswerden und gegen eine willfährige und billigere Belegschaft austauschen? Will man durch die Insolvenz die Kosten für einen Sozialplan sparen?

Die Opfer

Aber nicht nur die Belegschaften in den Betrieben sind betroffen. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und dann Hartz IV treffen auch deren Familien. Die sinkende Kaufkraft lässt Einzelhandel und Dienstleistungen schrumpfen und trifft so auch Arbeitsplätze außerhalb der Industrie.

Die Lösung

Die Belegschaften dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Wir müssen zusammenstehen, sonst dreht sich die Spirale des wirtschaftlichen Abstiegs immer weiter nach unten und alle sind betroffen.
Keine Entlassungen bei Hamotec und Honeywell! Keine Entlassung, nirgendwo!
Die Arbeit muss auf alle ohne Lohnkürzungen umverteilt werden. Deshalb heißt die Forderung:

Statt Kurzarbeit und Entlassung 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich