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23. Januar 2014

Das Kreuz mit der Bildung

So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen. (H. Heine)


Geht es nach dem Willen der schleswig-holsteinischen Regierungskoalition soll es bald kein Y mehr geben. Nein, nicht im Alphabet, sondern im gymnasialen Schulangebot des Bundeslandes.
Bisher war es möglich, dass Gymnasien gleichzeitig in acht und neun Jahren zum Abitur führen konnten (sogenannte Y-Schulen).
Zukünftig sollen die Gymnasien in acht Jahren und die Gemeinschaftsschulen in neun Jahren zum Abitur führen, so will es ein Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen, der demnächst im Kieler Landtag verabschiedet werden soll. Das erneute Donnergrollen in der Bildungspolitik hat Auswirkungen bis in den Kreis Stormarn: So soll die Gemeinschaftsschule Am Heimgarten in Ahrensburg keine gymnasiale Oberstufe erhalten, wogegen die Beteiligten bei einem Gespräch im Bildungsministerium protestieren wollen. Die Unterstützung der LINKEN haben sie dabei.
Diese Verwerfungen zeigen die Schwachstellen rot-grün-blauer Bildungspolitik: Während die Regierungsfraktionen mit der strikten Festlegung unterschiedlicher Wege zum Abitur die Trennung von Gemeinschaftsschulen und Gymnasien zementiert, befürchten CDU / FDP den Untergang des Gymnasiums und damit des Abendlandes.
Deutschland ist aber das Land, in dem soziale Unterschiede eine sehr große Rolle für einen Erfolg oder Misserfolg in der Bildungskarriere spielen.
Das gegenwärtige gegliederte Schulsystem entspricht nicht den realen Möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen, es vertieft vielmehr den Effekt der Abhängigkeit des Bildungszuganges von der sozialen Situation im familiären Umfeld.
Eine inklusive Gemeinschaftsschule für alle bis Klasse 10 ist daher das Gebot der Zeit.
Erste konkrete Schritte bzw. Forderungen auf dem Weg dorthin könnten sein:
die Abschaffung des Turboabiturs an Gymnasien,
die Errichtung von Oberstufen an allen Gemeinschaftsschulen,
die Schaffung eines gleichwertigen Weges zur Hochschulreife an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen.
Vielleicht hört sich das Ziel einer Gemeinschaftsschule für alle  zunächst für viele utopisch an.
Aber oft sind utopische Träume nur vorzeitige Wahrheiten.