Zur Zeit wird gefiltert nach: Kreistagsfraktion Stormarn

Detailansicht
22. Juli 2017

„Großer Glanz von innen“, dennoch ein Stormarner Sozialausweis vonnöten?

Dem aktuellen Armutsbericht der Bundesregierung zufolge sind unter den von Armut bedrohten und betroffenen Personen in Deutschland in erster Linie Arbeitslose und Alleinerziehende. Die „Nationale Armutskonferenz“ (NAK) hebt hervor, Armut bedeute vermehrten Stress, woraus sich Erkrankungen entwickeln, insbesondere Depressionen bis hin zur Selbsttötung. In Stormarn ist das erhöhte Armutsrisiko vor allem alleinerziehender Elternteile bekannt, Tendenz steigend; gezählt wurden letzthin 7551 Personen (deren Kinder noch hinzuzurechnen wären).

Vor einem Jahrhundert versicherte ein Dichter aus gutbürgerlicher Familie, der seinen Lebensunterhalt aber mühsam zusammenschnorren mußte: „Denn Armut ist ein großer Glanz von innen“ (R. M. Rilke). Solchem Vers vertrauten die Verfasser des Grundgesetzes „für die Bundesrepublik Deutschland“ in der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht ganz. Hätten sie sonst hineingeschrieben, was wir haben sollten, sei: „ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“? (GG Art. 20,1)

Um dieser Bestimmung nachzukommen, schlug die Linke bereits vor neun Jahren und erneut jetzt (22. Juni) im Kreistag Stormarn den „Stormarner Sozialausweis“ vor – zugunsten der von Armut Bedrohten oder schon Betroffenen, also heute auch der 7551 Alleinerziehenden. Was er zu gewährleisten hätte:

Preisermäßigungen im Öffentlichen Personennahverkehr, in kulturellen Einrichtungen, Schwimmbädern und Sportveranstaltungen, in sonstigen Vereinen und Verbänden. Wir machen erneut den Vorschlag: Finanzierung des Sozialausweises durch einen Armutsfonds, in welchen Mittel des Kreises, der Gemeinden und von Stiftungen, last but not least von privaten Spendern einfließen sollen. Höchste Eisenbahn, meinen wir, einen derartigen Fonds zu errichten und den Stormarner Sozialausweis einzuführen.