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13. Dezember 2017

Fluglärm – noch kein Grund zur Freude

Es ist abzusehen, dass in den kommenden Tagen ein neuer Passagierrekord am Hamburger Verkehrsflughafen „Helmut Schmidt“ in der Öffentlichkeit bejubelt wird.

Dabei stellt sich die Frage, ob dies wirklich als Positivmeldung zu verbuchen wäre. Fliegen stellt mit weitem Abstand die Benutzung des umweltschädlichsten Verkehrsträgers dar. Beispielsweise werden auf einem Hin- und Rückflug von Hamburg nach Palma de Mallorca pro Person ca. 1.000 kg Kohlendioxid (CO2) durch die Flugzeugturbinen unwiederbringlich in die Atmosphäre ausgestoßen. Dies entspricht ungefähr der Hälfte dessen, was derzeit ein klimabewusster Mensch im gesamten Jahr dem Planeten zumutet.

Aber auch unmittelbar führt der Passagierrekord zu massiven Problemen: Ein Passagierzuwachs von einer Million pro Jahr bedingt ca. 9.000 zusätzliche Flugbewegungen. Bereits jetzt verhält es sich aber derart, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den An- und Abflugschneisen unter den übermäßigen Belastungen durch den Fluglärm zu leiden haben. Insbesondere die Verstöße der Fluggesellschaften gegen die seit Jahrzehnten bestehenden Nachtflugbeschränkungen haben in den vergangenen Jahren überhand genommen. Mittlerweile wird in vier von fünf Nächten das festgeschriebene Betriebsende von 23 Uhr nicht eingehalten. Ein genauer Blick auf die Daten zeigt, dass mit steigender Flugbewegungsanzahl die Häufigkeit von Regelverstößen überproportional zunimmt. Hier gilt es, zum Schutz der Bevölkerung eine wirksame Belastungsobergrenze einzuführen. Die Forderung des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz), am Hamburger Verkehrsflughafen ein konsequentes Nachtflugverbot einzuführen – werktags von 22 Uhr bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 22 Uhr bis 8 Uhr –, wird daher von der Partei DIE LINKE in Stormarn ausdrücklich begrüßt. Sie ist gleichsam zielführend wie verhältnismäßig und stellt ein geeignetes Mittel zur Wahrung eines nachhaltigen Interessensausgleichs dar.

 

Heidi Beutin, DIE LINKE, Abgeordnete im Kreistag Stormarn