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19. Dezember 2017

Inklusion nur, wenn sie nichts kostet?

Inklusion von Kindern mit Behinderung ist seit Jahren in aller Munde. In Sonntagsreden und Interviews sprechen Politiker gerne darüber, wie wichtig sie als gesellschaftliches Ziel wäre und dass sie schnell in allen Bereichen realisiert werden soll. Doch die politische Realität ist ernüchternd. Der Kreissportverband hatte für sein Projekt „Sport für alle“, in dem Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben, eine Erhöhung der Förderung beantragt, um das Projekt langfristig abzusichern. Um 60.000 € hätte der Etat dafür angehoben werden müssen, hauptsächlich um den Sportlehrer dauerhaft einzustellen, der das Projekt betreut.

Doch hier endete offensichtlich die Begeisterung für Inklusion bei der Mehrheit der Politiker. In der ominösen „Körbchenrunde“ wurde der Antrag auf Erhöhung des Zuschusses reduziert. Insbesondere das Geld für den Inklusionssportlehrer ab 2019 gestrichen. Mit der Bemerkung, dass sich der Kreissportverband doch anderweitig nach Finanzierung umsehen möge. Noch nicht einmal eine Garantie, dass der Kreis einspringt, wenn keine anderen Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden, wurde gegeben. Es war zu hören, dass andere Vereine auch ohne Zuschüsse auskommen würden. Im Kern: eine Mehrheit der Politiker ist der Meinung, Inklusion als Ziel sei zwar schön, aber am besten vom Ehrenamt, von Sponsoren und Stiftungen zu tragen. So bleiben die Angebote prekär und abhängig vom Engagement einzelner Menschen und Institutionen. Statt von Seiten des Kreises ein sinnvolles Projekt abzusichern, macht man den Kreissportverband, den Leiter des Projektes und nicht zuletzt die teilnehmenden Kinder zu Bittstellern und riskiert das Ende des Projektes.

Nun ist natürlich nichts dagegen zu sagen, wenn private Stiftungen Inklusionsprojekte fördern, und ehrenamtliches Engagement wird auch immer gebraucht werden. Aber der Kreis darf beides nicht dazu benutzen, sich bei der Finanzierung solcher Projekte allzu engherzig zu erweisen. Die LINKE im Kreistag setzt sich dafür ein, den unsozialen Beschluss zurückzunehmen und das Projekt angemessen durch den Kreis zu fördern.

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