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2. März 2017

Luxusgut Kinderbetreuung

Wer in Schleswig-Holstein seine Kinder in Kita oder Krippe betreuen lassen will, muss sich auf beachtliche Kosten gefasst machen, denn hier sind die Gebühren für die Kinderbetreuung im bundesweiten Vergleich extrem hoch.

500 Euro und mehr pro Monat  für einen Krippenplatz sind nicht unüblich. In Ahrensburg etwa sind es für einen Krippenplatz bis 16 Uhr inklusive Essen 550 Euro Regelsatz. Und die Unterschiede bei den Kosten der Betreuung in unserem Bundesland sind enorm, denn jede Gemeinde entscheidet einzeln über die Gebühren. Ein unsinniger und vollkommen unüberschaubarer Flickenteppich an unterschiedlichen Gebührenordnungen ist entstanden. Leidtragende sind Familien, denen praktisch ein Familienmodell aufgezwungen wird, in dem die Kinder und ein Elternteil mehrere Jahre zuhause bleiben, um diese Kosten zu vermeiden.

Die LINKE fordert schon lange die Gebührenfreiheit für Krippe und Kita. Bildung, wozu eben auch die Kitas und Krippen gehören, muss unserer Überzeugung nach kostenlos sein. Finanzielle Überlegungen dürfen nicht entscheiden, ob ein Kind in eine Kita geht oder nicht.

Doch außer dem Versprechen, in dieser Legislaturperiode mindestens ein Kita-Jahr kostenlos zu machen, war längere Zeit von Seiten der Landesregierung nichts geschehen. Erst im Zeichen des heraufziehenden Wahlkampfes bewegte sich etwas, und es wurde 2016 ein „Krippengeld“ beschlossen. Familien, die Ihre Kinder in einer Krippe haben (nicht in der Kita), sollen demnach mit bis zu 100 Euro entlastet werden. Alles gut also? Mitnichten. Denn einerseits ist diese Summe angesichts der hohen Gebühren nur ein Tropfen auf den heißen Stein, und andererseits wird sie in vielen Gemeinden bald durch bereits geplante oder beschlossene Erhöhungen der Gebühren aufgefressen sein.

Nur eine Abschaffung der Gebühren wird die Familien auf Dauer entlasten und nicht allein für den Zeitraum des Wahljahres, mit dem Risiko, daß eine nächste Gebührenerhöhung kommt.

Heidi Beutin, Die Linke, Abgeordnete im Kreistag Stormarn<xml></xml>