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6. April 2017

Zur Schulfusion in Glinde

Die Glinder Stadtvertretung hat eine Fusion der Gemeinschftsschule Wiesenfeld mit der Sönke-Nissen-Gemeinschaftsschule zum Schulbeginn 2018/2019 beschlossen. Ab dann soll es in Glinde neben dem Gymnasium Glinde nur noch eine Gemeinschaftsschule geben. Während die Wiesenfeldschule den Beschluss mehrheitlich ablehnt, ist die Sönke-Nissen-Schule mehrheitlich dafür. Mittlerweile hat die Stadtvertretung den Beschluss vorläufig auf Druck der Schüler- und Jugendbeteiligung ausgesetzt. Ein Blick auf die Hintergründe zeigt, warum die Gemeinschaftsschulen unterschiedlicher Ansicht sind. 
Die Sönke-Nissen-Schule hat den schwierigsten Stand aller bislang 3 Schulen, weil sie keine eigene Oberstufe hat, sie schult mehr Kinder mit Entwicklungsschwierigkeiten und hat mehr Schüler mit Migrationshintergrund in ihren Klassen. Die meisten Schüler, die vom Gymnasium Glinde abgeschult werden, kommen an die Sönke-Nissen-Schule. Sie hat von allen 3 Schulen die geringsten Anmeldezahlen in den letzten Jahren.
Die Wiesenfeldschule ist als Integrierte Gesamtschule mit Oberstufe gestartet und hat sich über Jahre einen guten Ruf erworben. Sie darf aber laut Stadtvertreterbeschluss nur 4-zügig aufnehmen, weshalb sie in den letzten Jahren viele Schüler ablehnen musste. Sie befürchtet eine Abwertung.

Während nun die Sönke-Nissen sich von der Fusion mehr Anmeldezahlen erhofft, befürchtet die Wiesenfeldschule rückläufige Anmeldezahlen, was sich durch die Fusionsdiskussion schon bewarheitet hat.

 

Liebe Leser,
am Donnerstag den 23.03.2017 fand in der Sporthalle des Schulzentrums Glinde eine Beteiligung der Kinder- und Jugendlichen nach §47 f GO zur Schulfusion statt, auf der die Schüler der Sönke-Nissen Gemeinschaftsschule (SNG), der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld (GemsW) und des Gymnasiums Glinde (GG) ihre Argumente austauschten, und den Zuhörern vermittelten, wie sie die geplante Fusion empfinden. Die Aussprache war gut besucht und zeigt, dass die Schüler sich einmischen und für ihre Schulen kämpfen, was sehr zu begrüßen ist. DIE LINKE hält an der Perspektive fest, „Eine Schule für alle“ als Gemeinschaftsschule mit einem kostenlosen Mittagessen in der Pause.

Nach ausführlichen Statements der Schülerinnen und Schüler, wurde nach dem „Wie weiter?“ gefragt. Voraussetzung, andere Wege zu beschreiten wäre, den Fusionsprozess weiterhin auszusetzen. Damit die SNG mangels Anmeldezahlen nicht verkleinert werden muss, kooperieren GemsW und SNG und entwickeln ein gemeinsames Konzept auf hohem pädagogischem Niveau. Der GemsW muss erlaubt werden, mehr als
4-zügig einzuschulen, damit sie allen Eltern die Aufnahme ihrer Kinder ermöglichen kann. Bestimmt würden dadurch die Anmeldezahlen an der SNG zurückgehen, die freien Kapazitäten können an die GemsW fallen, so dass in einigen Jahren es auf diesem Weg eine einzige Gemeinschaftsschule geben könnte. Es wäre eine langsame Eingliederung der SNG in die GemsW und beide Schulen können über einen längeren Zeitraum zusammenwachsen. Sollte diese Überlegung nicht umsetzbar sein, und es nicht zu einer Fusion kommen, kann eine Oberstufe für die SNG beantragt werden, die Entscheidung darüber läge dann allerdings beim Bildungsministerium in Kiel. Oder die SNG wird eine gebundene Ganztagsschule, was sie im Vergleich zur GemsW aufwerten würde. Im Wettbewerb der einen oder der beiden qualitativ hochwertigen Gemeinschaftsschulen (G9) mit dem Gymnasium (G8) wird sich an den Anmeldezahlen zeigen, ob das GG überlebensfähig ist.

Martina Bornstein
Direktkandidatin Stormarn-Süd/Wentorf zur Landtagswahl
DIE LINKE.