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18. Dezember 2018

Wie feiern 7000 arme Kinder in Stormarn Weihnachten?

Die Weihnachtszeit rückt schnell näher, die Weihnachtmärkte sind gut besucht und die Kinder des Kreises freuen sich auf das Fest. Doch leider gibt es auch viele Familien im reichen Kreis Stormarn die die Weihnachtszeit nicht so unbeschwert erleben können. Denn bei vielen Familien in Stormarn ist der Geldbeutel mittlerweile sehr schmal geworden. Explodierende Wohnpreise in der Metropolregion, der ausufernde Niedriglohnsektor und die unmenschliche Sanktionspolitik des Jobcenters führen leider dazu, dass in einem der reichten Kreise in Deutschland, das Fest für viele Menschen eher schmaler ausfällt. Und dass es auch in Stormarn eine große Anzahl an Wohnsitzlosen gibt ist ein waschechter Skandal und führt dazu dass diese Menschen an einem Weihnachtsabend eher ans Überleben denken, als an schöne Festtage. Allzu lange hat die Politik in Stormarn und die seiner Gemeinden dazu geführt, dass man diese sozialen Probleme ignoriert und kleingeredet hat.

Immer wieder hörte man die alte Mär „Uns geht es doch gut, Armut die gibt es hier doch nicht“. Dass Armut eben auch Verdrängung bedeutet und viele Menschen, gerade weil sie nicht mehr die Mittel haben am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, weniger wahrnehmbar sind, ist ja gerade das große Problem der Armut.

Hier im Kreis Stormarn sind mittlerweile über 7.000 Kinder von Armut betroffen. Jedes 6. Kind erhält staatliche Unterstützung wie Wohngeld, Kinderzuschlag, Sozialhilfe, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz oder Sozialgeld (sog. Hartz-IV-Leistungen). Was Armut für diese Kinder bedeutet, sehen wir unter anderem bei denen, die der Kinderschutzbund it seinem Familienhilfe-Notfonds unterstützt. Das Familienbudget ist bei vielen so knapp bemessen, dass selbst Kosten für notwendige Dinge wie den Schulausflug, die eigene Geburtstagsfeier, den Kauf eines Weihnachtsbaums oder für die Windeln für viele Familien schlicht unerschwinglich sind. Bei den Zuzahlungen und Kosten, die in und für die Schule anfallen, reicht das sogenannte „Bildungs- und Teilhabepaket“, das 100,- € für Schulmaterialien im Jahr zur Verfügung stellt, nur für einen Bruchteil der tatsächlich anfallenden Kosten. Trotzdem müssen die Eltern die Zuzahlungen in der Schule leisten und das Geld dann z.B. von ihrem Budget für Essen oder Kleidung nehmen.

Diese unerträglichen Zustände müssen endlich ein Ende haben! Wir brauchen endlich eine Sozialgesetzgebung des Bundes und Landes, die die Menschen nicht länger vernachlässigt und die die Kreise, Städte und Kommunen nicht mehr mit den anfallenden Kosten alleine lässt. Es muss in Zukunft sichergestellt sein, dass das Geld auch bei den Menschen ankommt. Deshalb sollte es Stormarn endlich mal gelingen eine Bildungskarte einzuführen, um betroffenen Familien schnell und unbürokratisch helfen zu können. Alle auf angeblichen Datenschutzbestimmungen beruhenden Einwände müssen endlich aufgegeben werden, wirken sie doch für die betroffenen Menschen wie blanker Hohn. Dass es geht, haben andere Städte und Kreise bereits bewiesen.

Die Politik muss jetzt endlich handeln, damit die Weihnachtszeit in Stormarn zukünftig wieder für alle Menschen eine Schöne wird.

 

 

Hendrik Holtz, Kreistagsfraktion Die Link<xml>e</xml><xml></xml>