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23. April 2018

Arbeitslosigkeit in Stormarn. Geht da noch was?

Die Medien jubeln. Die Arbeitslosigkeit in Stormarn ist auf den niedrigsten Stand seit Erhebung der Daten auf Kreisebene 1997. Aktuell liegt die offizielle Arbeitslosenquote bei 3,3 %. Das sind 4259 Menschen. Weniger als im Vormonat und weniger als im Vorjahr. Vollbeschäftigung ist es trotzdem nicht. Warum?

Vollbeschäftigung wird erstens allgemeinhin bei einer Arbeitslosenquote von 1% - 3% angenommen und zweitens wenn die Zahl der offenen Stellen die Zahl der Arbeitslosen übersteigt. Beide Bedingungen sind in Stormarn nicht gegeben. Denn neben der Quote von 3,3% kommen noch etwas über 1800 Menschen hinzu, die sich in sogenannter „Unterbeschäftigung“ befinden. Dazu gehören Menschen, die sich in Sprach- oder Integrationskursen befinden, wer an berufsvorbereitenden oder Weiterbildungsmaßnahmen, an Arbeitsgelegenheiten teilnimmt oder arbeitsunfähig erkrankt ist.

Diesen insgesamt 6077 Menschen, stehen 2084 sozialversicherungspflichtige offene Stellen gegenüber. Es sind nach Adam Riese einfach nicht genug Arbeitsplätze vorhanden. Trotz „Frühjahrsbelebung“ und tollen Zahlen.

Die meisten neuen Mitarbeiter werden zudem im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen, verarbeitendes- und Baugewerbe und bei der Leiharbeit gesucht.

Nicht selten Branchen, die bekannt dafür sind, schlecht zu bezahlen, harte körperliche Anforderungen mit sich zu bringen, überlange Arbeitszeiten zu bieten und ohne Arbeitsplatzgarantie.

Darüber hinaus sollen die Bewerber qualifiziert und Fachkraft sein. Die Arbeitsagentur wirbt bei den Firmen mit ihren Förderangeboten.

Also, ihr Unternehmen in Stormarn; Ausbilden, Qualifizieren, Berufsabschlüsse fördern, Sprachkurse auch im Betrieb, Ausbildungsverbünde bilden. Besser bezahlen, humanere Arbeitsverhältnisse und garantierte Arbeitsplätze.

Arbeitslosigkeit in Stormarn. Da geht noch was!

 

Von Ralf Iden, DIE LINKE Stormarn