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29. Mai 2015

Grußadresse an die streikenden Erzieherinnen und Erzieher in der KITA und im Hort der Gemeinde Oststeinbek

Liebe Kolleginnen und Kollegen von Ver.di und GEW,
die Kinder und Jugendlichen sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Gerade im Kleinkindalter werden die Anlagen des Individuums gefördert, die Weichen für das spätere Leben gestellt und somit auf die Beschaffenheit unserer Gesellschaft im Ganzen eingewirkt. Eure Arbeit ist daher ungeheuer wichtig, hilft sie doch, den Grundstein für ein erfülltes Leben zu legen.
Schon im Mai 2009 schrieb DIE LINKE Bayern: „Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Bildung nicht erst in der Schule beginnt, sondern bereits davor. Seit Jahrzehnten wurde diesem Bereich kaum Beachtung geschenkt. Heute steht diese Bildungspolitik vor einem riesigen Problem: Es gibt zu wenig Kita-Plätze und noch mehr zuwenig qualifiziertes Personal. Der Schlüssel der zu betreuenden Kinder pro Erzieherin oder Erzieher ist zu hoch. Mehr noch: Wenn in den nächsten Jahre viele ältere Kolleginnen und Kollegen in den mehr als wohlverdienten Ruhestand gehen, dann wird sich dieses Problem noch verschärfen.
Was aber wurde bisher getan? Nach dem neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst
verdient eine ausgebildete Erzieherin gerade etwas mehr als wir als gesetzlichen Mindestlohn
fordern – und das nach 10 Schuljahren und 5 Jahren Ausbildung. Hinzu kommen, wie nach
wissenschaftlichen Untersuchungen seit mehreren Jahren bekannt, die erheblichen
gesundheitlichen Belastungen für die Kolleginnen und Kollegen, die in den Kitas und im
Sozial- und Erziehungsdienst gute Arbeit leisten. Kaum eine Erzieherin und Erzieher oder
Sozialpädagogin und Sozialpädagoge erreicht das reguläre Rentenalter, ebenso wenig wie
viele Lehrer.
Wenn nun der Ärger groß ist und die Wut sich aufstaut, haben wir absolutes Verständnis
dafür. Die Situation in den Kindertagesstätten, Lernstuben, im Sozial- und Erziehungsdienst
muss sich ändern. Sowohl der Gesundheitssschutz wie die Eingruppierung im TVÖD ist zu
verbessern. DIE LINKE fordert in all ihren Programmen, dass mehr in diesen Bereichen getan
werden muss. Nicht nur die Gruppenstärken in den Kitas sind zu senken, auch die Arbeitsbelastung im Sozial- und Erziehungsdienst ist zu reduzieren.“ Das gilt auch heute noch und ebenso in Schleswig-Holstein.
Wir solidarisieren uns mit euch in eurem Kampf um gerechtere Bezahlung, mehr Anerkennung eurer Leistungen und wünschen euch viel Kraft, Nerven und Ausdauer für die Zukunft.
DIE LINKE Ortsverband Glinde/Oststeinbek/Reinbek Martina Bornstein
Oststeinbek, 20.05.2015