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23. November 2020

Kranke Menschen brauchen Pflege, die Demokratie ebenso

Kranke Menschen brauchen Pflege, die Demokratie ebenso

 

Die Pandemie ist für viele Menschen eine große Herausforderung, manchmal Überforderung, und geht mit schmerzlichen Verlusten einher.

Die Infektionsschutzmaßnahmen zielen vor allem darauf ab,eine komplette Überlastung der Mitarbeiter*innen in Kliniken und Pflegeheimen zu vermeiden. Krankenhäuser und Heime wären besser aufgestellt, wenn sie mehr Personal hätten. Eine Lehre, die hoffentlich aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie gezogen wird. Mehr gezielte Tests und praktische Maßnahmen, wie Virenfilter in Gebäuden und Klimaanlagenkönnten auch helfen. Doch letztlich brauchen kranke Menschen vor allem andere Menschen, die Zeit für sie haben. Pflegekräfte und Ärzte hatten auch schon vor Corona oftmals nicht genug Zeit für die Patient*innen. Das ganze System der Ökonomisierung des Gesundheitswesens gehört auf den Prüfstand.

Ähnlich ist es mit der Demokratie. Sie braucht Menschen, dieZeit haben, mit anderen Menschen zu diskutieren und sich zu beraten. Das ist durch die Pandemie und dieInfektionsschutzmaßnahmen erschwert. Trotz oder grade deswegen ist es notwendig, die Demokratie besonders zu pflegen. Technische Möglichkeiten können helfen. In Ahrensburg ist in dieser Hinsicht noch Luft nach oben. Die Stadtverordnetenversammlung vom 23.11.2020 hat hier Voraussetzungen geschaffen. Hier hätten Politik (ja, auch wir LINKE) und Verwaltung über den Sommer bessere Vorkehrungen treffen müssen. Dieser sanfte Lockdown hat uns ja nicht wie der Blitz getroffen. So geht leider der November ohne Ausschusssitzungen, Debatten und Beschlüsse ins Land. Außerdem geht es nicht ohne Zeit. Nicht wie nun wieder bei der Verabschiedung des Infektionsschutzgesetzes, das mit der heißen Nadel gestrickt, schnell durch gepeitscht wurde. Manchmal muss schnell gehandelt werden, aber grundlegende Entscheidungen sollten möglichst unter Einbeziehung der Parlamente, bestenfalls Bürger*innenversammlungen, getroffen werden. Es sollte wohl abgewogen werden, welche Werte im Zuge von Krisenmanagement über Bord geworfen werden. Die parlamentarische Demokratie hat Federn gelassen. Einerseits weil vielfach von oben herab regiert wurde, anderseits durch rechtsextreme Vereinnahmung von Protesten.

In Ahrensburg sind Ausschüsse und teilweise die Stadtverordnetenversammlung ausgefallen, dadurch ist einiges ins Stocken geraten. Wir hoffen, dass dies in Zukunft, trotz erschwerten Bedingungen, anders sein wird.

Kommen Sie gut durch diese Zeit!

Katja Schreiner

Bürgerliches Mitglied Fraktion die Linke in Ahrensburg