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16. Februar 2023

Ahrensburg: Flucht und Not macht auch vor Ahrensburg nicht halt. - Kolumne in der Zeitung Markt

Liebe Ahrensburger Mitbürger_innen,

„Menschlichkeit beginnt da, wo man hinsieht und niemals wegschaut“. Beim Besuch in der Notunterkunft in unserer Stadt zeigt sich einmal mehr, wie vielfältig und facettenreich Flucht und Not ausgeprägt ist und für viele Betroffenen ein Stigma der Ausgrenzung bedeutet. Neben der materiellen Armut geht auch eine seelische Armut einhergeht, die zu Isolationen und Krankheiten automatisch führen. Gäbe es genügend Fortschritte im sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau, dann müssten Notunterkünfte eine Ausnahme bleiben. Notunterkünfte versprühen den Charme von sterilen Krankenhäusern, zweckmäßig, aber nicht gemütlich.

Machen wir uns nichts vor, die Realität spricht eine ganz andere Sprache. Notunterkunft ist ein Ausdruck der Hilflosigkeit, stetig steigender Zahlen von geflüchteten und obdachlosen Menschen. Zudem kommen mangelnder und bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit niedrigen Einkommen hinzu. Die Verbraucherpreise schießen unaufhörlich durch die Decke. Unser stetiges Bemühen für ein human soziales Umfeld für bedürftige und wohnungslose Mitmenschen in unserer Stadt zu sorgen ist sehr mühselig und nicht immer von Erfolg gekrönt. Umso wichtiger sollte es sein, das Augenmerk in tiefste Not geratener Mitmenschen in Ahrensburg nicht zu verschließen. Notunterkünfte sind ein notwendiges Übel, das allerdings das Stigma eines Abstieges innehat und nicht immer verhindert werden kann. Dafür bedarf es größerer Anstrengung aller Menschen in Ahrensburg. Möge der soziale Zusammenhalt in Ahrensburg keine leeren Phrasen oder Metaphern beinhalten, sondern diese mit neuen Ideen belebt werden. Lassen wir das Menetekel der Gleichgültigkeit, Egoismen sowie jegliche Befindlichkeiten zurück. Niemand möchte wirklich in einer unpersönlichen Notunterkunft sein ganzes Leben verbringen wollen. Die Menschenwürde setzt da an, „Wo Menschlichkeit beginnt und wer Not des anderen erkennt wird und hinsieht, statt wegschaut“.

Dazu sind auch Sie liebe Ahrensburger_innen eingeladen, unsere Stadt noch mehr lebens- und liebenswerter mitzugestalten und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Eine Bitte sollte nicht ungesagt sein: Engagieren Sie sich in der kommunalen Politik und bringen Sie sich in der für Sie geeigneten Partei mit ein. Sie sind unverzichtbar für unsere Stadt. Setzten Sie persönliche Impulse und Akzente für das politische Geschehen unserer Stadt. Nichts tun ist gleichbleibend mit Stillstand.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Böge

Stadtverordneter, Fraktion DIE LINKE. Ahrensburg