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18. Juni 2019

Autofreie Innenstadt? Wohl nicht mit den Ahrensburger Grünen!

Ali Haydar

Eine Entscheidung für einen Parkplatz ist eine Entscheidung für einen Parkplatz, auch wenn Nadine Levenhagen uns im Markt etwas anderes vormachen will. Unabhängig davon, ob dieser Parkplatz geschottert, statt asphaltiert wird und zeitlich begrenzt sein soll. Ersatzeshalber soll es ja dann die Tiefgarage geben, ebenso wenig ein umweltfreundliches Projekt. Viele Menschen aus Ahrensburg könnten sowohl zur Arbeit, als auch zum Einkaufen, mit dem Fahrrad fahren. Um das zu fördern bräuchte es aber eine viel bessere Fahrrad-Infrastruktur. Gerade im Hinblick auf die e-Bikes sollten lieber gute, sichere Fahrradwege und Stellplätze gebaut werden, statt die Ressourcen, wie immer, in den individuellen Automobilverkehr zu stecken. CDU und Grüne haben jahrelang maßgeblich die Politik in Ahrensburg gestaltet, was wurde in Sachen ökologische Verkehrswende erreicht? Auf der Veranstaltung unserer Fraktion und unseres Ortsverbandes am 12.06.2019 zur ökologischen Mobilitätswende waren sich Referent_innen und Publikum einig, dass besser schon vorgestern hätte umgesteuert werden müssen und Ahrensburg in dieser Hinsicht viel nachzuholen hat. Kompetent und differenziert wurden die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt, den individuellen Automobilverkehr zu reduzieren. „Das Fahrrad ist, neben den Füßen, sicher die umweltfreundlichste Variante von Mobilität und sollte vorrangig gefördet werden“, so Jürgen Hentschke vom ADFC. „Carsharing im Sinne von geteilten Nachbarschaftsautos, führt erwiesenermaßen zu einer Reduzierung des Autoverkehrs, da die Menschen dann nur noch mit dem Auto fahren, wenn es wirklich nötig ist“, wie Carsten Redlich von der Firma Cambio deutlich machte. Der Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE und deren klima- & energiepolitischer Sprecher ergänzt: „Ein Ausbau und die Flexibilisierung des öffentlichen Nahverkehr ist eine der wichtigsten klimafreundlichen Investitionen. Wenn er günstig, vielleicht sogar fahrscheinlos gestaltet ist erhöht sich die Attraktivität umzusteigen.

Es gäbe also viele gute Möglichkeiten umzusteuern und die vielen Millionen in zukunftsweisende Verkehrsprojekte zu stecken, statt sie in einer Tiefgarage zu versenken.  „Für eine ökologische Verkehrswende bedarf es den gemeinsamen Willen von Politik, Verwaltung und Wirtschaft“ so der Carsharing-Experte Carsten Redlich „In Ahrensburg passiert leider gerade das Gegenteil: Der Einzelhandel hat Angst, dass die Leute nicht einkaufen kommen, wenn es weniger Autoparkplätze gibt, die politische Mehrheit passt sich an und fördert, wie gehabt, den individuellen Autoverkehr und die Verwaltung schafft es nicht sich um den Ausbau der Fahrradinfrastruktur zu kümmern“, stellte Katja Schreiner, Mitglied der Fraktion DIE LINKE Ahrensburg und für diese Mitglied in Rad-AG, ernüchtert fest. Die Klimaschutzmanagerin der Stadt Ahrensburg Jule Lehmann war trotzdem vorsichtig optimistisch, dass sich etwas bewegt, allerdings definitiv nicht genug. Der Einpendelverkehr ist sicher nicht ganz zu vermeiden, aber könnte durch Shuttlesysteme reduziert werden. Dazu erarbeitet sie Konzepte. Ansonsten ist Ahrensburg eine Stadt der kurzen Wege, die sich eigentlich sehr zum Fahrradfahren und zu Fuß gehen anbieten, wenn der Autoverkehr nicht so dominant wäre.  „Ahrensburg ist unattraktiv durch die vielen Autos. Eine Reduzierung des individuellen Autoverkehrs würde die Lebensqualtität in unserer Stadt deutlich erhöhen. Es fehlt eine Vision.“ 
Der Fraktionsvorsitzende Ali Haydar Mercan drückt es mit den Worten von Greta Thunberg aus:
"Ich will dass ihr handelt als würde euer Haus brennen, denn es brennt! Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an die Spielregeln halten. Die Regeln müssen sich ändern und zwar heute!"

Wir laden Sie ein bei unseren öffentlichen Fraktionssitzungen und in persönlichen Gesprächen darüber zu diskutieren, wie wir unsere schöne Stadt lebenswerter und klimafreundlicher gestalten können!
Und an die Kolleg_innen der anderen Fraktionen, insbesondere der Fraktion Bündnis90/Die Grünen appellieren wir: Lassen Sie uns gemeinsam was tun - es ist höchste Zeit!

Freundliche Grüße

Ali Haydar Mercan Fraktionsvorsitzender