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11. November 2022

Bad Oldesloe gedenkt Reichspogromnacht


Rund 1 Dutzend Menschen waren dem Aufruf des Stadtverordneten Hendrik Holtz gefolgt und hatten in einem Schweigemoment der Opfer der Reichspogromnacht gedacht.
Mit dabei waren auch zahlreiche Vertreter des Bad Oldesloer Bündnisses gegen Rechts und ein Vertreter der evangelischen Kirche.
 
In einem kurzen Redebeitrag wandte sich Holtz an die Anwesenden und unterstrich nochmal die Verantwortung, die aus der Geschichte erwächst.
 
"Mit der Reichspogromnacht 1938 begann die systematische Verfolgung der jüdischen Menschen in ganz Deutschland, die wenig später im Holocaust mündete.
Die Nazis setzten jüdische Gotteshäuser und Geschäfte in Brand und veranstalteten Hetzjagden überall im ganzen Land. Gut 600 Menschen sind so auf offener Straße ermordet worden.
Die gleichgeschaltete Polizei schaute weg. Anzeigen gegen dieses barbarische Treiben waren sinnlos geworden. Im Zuge der Ereignisse wurden etwa 50.000 Menschen in Konzentrationslagern oder Gefängnisse gesteckt.
Die jahrelange antisemitische Hetze und Verleugnung hatte an diesem Tag einen Siedepunkt erreicht. Und auch heute noch gibt es in Deutschland weit verbreiteten Antisemitismus, der sich in vielen widerlichen Taten zeigt.
Deshalb müssen wir wachsam sein! Es gilt hier der alte Spruch "Niemals wieder so etwas". Unsere Republik muss jedem Antisemitismus entschlossen entgegentreten", sagte der Stadtverordnete während seines kleinen Redebeitrages.
 
Nach einer anschließenden Schweigeminute legten die Anwesenden Blumen an der Gedenktafel nieder.