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15. November 2017

Der Reformstau manifestiert sich im Autostau – den ÖPNV geplant in Angriff nehmen

 

Ob Bildung, Rente oder Straßenbau, – um nur einige wenige Beispiele von vielen zu nennen –, seit  Jahrzehnten wird manches geredet bei den regierenden politischen Parteien und wenig bis gar nichts passiert. Im Großen wie im Kleinen.

So wächst seit Jahren die Bevölkerung im Umland von Hamburg. Auch Stormarn profitiert von den Neubürgern. Gleichzeitig nimmt der Berufsverkehr in der Region stetig zu. Allein die Möllner Landstraße zwischen Hamburg und Trittau ächzt unter dem Autoverkehr. Zwischen Oststeinbek und Glinde manifestiert sich der Reformstau im Autostau!

Die Anwohner wie die Pendler sind die Leidtragenden. Es wird endlich Zeit, dass sich der Kreis, die Gemeinden und die Stadt Hamburg auf ein vernünftiges Verkehrskonzept des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verständigen. Denn größere oder neue Straßen werden das Problem nicht lösen, sondern neue Autos auf die Straße bringen.

Vor vielen Jahrzehnten, beim Bau der U–Bahn nach Mümmelmannsberg, war Glinde noch eine kleine Stadt im Grünen, aber vorausschauend war eine U-Bahn-Trassenplanung Oststeinbek bis Glinde in allen Bauplänen verzeichnet. Diese geplante Strecke durfte nicht anders bebaut werden. Jetzt wo Glinde die junge, aber auch wesentlich größere Stadt im Grünen ist und die U-Bahn wirklich von Nöten wäre, ist die geplante Trasse längst aus allen Bebauungsplänen verschwunden.

Seit einigen Jahren macht DIE LINKE Vorschläge, den ÖPNV endlich geplant auszubauen, ob U-Bahn-Erweiterungen, die Reaktivierung der alten Kreisbahnstrecke von Glinde nach Hamburg, oder wie der Bürgermeister von Glinde, Rainer Zug, einmal sinnierte, eine Straßenbahn zwischen Glinde und Reinbek ins Spiel zu bringen, es muss endlich geredet werden, um zu handeln, damit jetzt etwas passiert.

Sonst weichen unzufriedene Kunden auf das Auto aus und dies führt zu noch mehr Staus auf den jetzt schon überstrapazierten Straßen. Sollen dann noch mehr Umgehungsstraßen gebaut, noch mehr Autobahnspuren eingerichtet, noch mehr Grünflächen versiegelt, noch mehr Lebensqualität geopfert werden? Täglich werden für Bauen und Verkehr in Deutschland über 60 Hektar Boden versiegelt! Wie lange noch?

Daher fordern wir für die Zukunft einen wirklich attraktiven ÖPNV-Verkehr in Stormarn.

 

Heidi Beutin, Die Linke, Abgeordnete im Kreistag Stormarn