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29. September 2021

DIE LINKE besucht Reinfelder Staatsforst

In einer rund 2 Stunden andauernde Begehung hat DIE LINKE Bad Oldesloe den beliebten Reinfelder Staatsforst in Augenschein genommen. Dabei wurde schnell klar, die forstwirtschaftliche Nutzung hinterlässt tiefe Narben in unseren lokalen Wäldern und so manch ein Baum wird rechtswidrig gefällt.

"Diese Entwicklungen machen nur zu deutlich, dass ein Bewusstsein für unser Naturerbe bei der Landesregierung noch nicht wirklich vorhanden ist. Zwischenzeitlich hat sich die Situation jedoch noch weiter verschärft: Die Forstwirtschaft entwickelt sich mehr und mehr zu einem industriemäßigen Wirtschaftszweig, der kaum mehr Schutzräume akzeptiert und vor dem Hintergrund des Klimawandels weiter an seinem alten, längst gescheiterten kapitalistischen Betriebsmodell festhält. In vielen Ländern Europas werden Urwälder selbst in Schutzgebieten rücksichtslos abgeholzt und in Deutschland alte Waldbestände unter dem Vorwand „ordnungsgemäßer“ Forstwirtschaft abgeräumt und dann zu Brennholz verarbeitet. Unsere Buchenbestände z.B. sind in ihrer ökologischen Substanz akut gefährdet", sagte Christian Meyer; stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken in der Bad Oldesloer Stadtverordnetenversammlung.

"Nachhaltige Stärkung aller ökologischen Komponenten des Waldes bedeuten für DIE LINKE: Aufbau bzw. Akkumulation der Biomasse, Steigerung der Kohlenstoffbindung, drastische Einschränkung der Waldboden zerstörenden Befahrung mit schweren Holzerntemaschinen, Verzicht auf vermehrte Schirmschläge, konsequentes/gezieltes Zulassen natürlicher Waldentwicklungsprozesse unter Ausnutzung der natürlichen Umweltbedingungen, insbesondere bei der Walderneuerung.

Forsthistorisch sowie klima- und gesellschaftspolitisch stehen wir vor der großen Herausforderung, aus bewirtschafteten Forsten endlich wieder ökologisch intakte Wälder zu entwickeln, was allerdings einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Forstpolitik voraussetzt. Der Schutz unserer Wald-Ökosysteme muss in der aktuellen Situation Vorrang vor ökonomischen Überlegungen haben", ergänzte Hendrik Holtz; Ortssprecher DIE LINKE Bad Oldesloe.