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27. Mai 2021

Digitalisierung 2021 im Kreis Stormarn - Presseartikel von Hendrik Holtz

#Digitalisierung - ein gerne genutztes Schlagwort seit vielen Jahren, doch kaum einer der schon länger Regierenden vermag in der Lage zu sein, dezidiert zu erläutern und zu erklären, was Digitalisierung bedeutet.

Deutschlands Regierungen hängen in Sachen Netzausbau, Infrastruktur und bei der Digitalisierung der Schulen seit Jahren hinterher. Aber auch und gerade in der Verwaltung hinken Länder, Städte und Kommunen den Anforderungen der Zeit und damit den Möglichkeiten hinterher.

In Deutschland trat das E-Government-Gesetz (EgovG) bereits 2013 in Kraft und bildet seitdem den rechtlichen Rahmen für die Digitalisierung der Verwaltung in der ganzen Bundesrepublik. Bis zum Jahr 2022 sollten alle Verwaltungsdienstleistungen in Deutschland online zur Verfügung stehen. Doch der Weg dorthin ist noch weit: Umständliche Abläufe, inkompatible Technik, berechtigte Datenschutzfragen und langwierige Gesetzesänderungen behindern das Vorankommen. Der Status quo dagegen ist meilenweit entfernt von digitalen (Stadt-)Verwaltungen.

Die Große Koalition in Berlin hat zwar beschlossen, dass bis 2022 alle der 575 verschiedenen Verwaltungsdienstleistungen in Deutschland online zur Verfügung stehen sollen. Doch ob das Ziel erreicht werden kann und künftig vom Kindergeld über den Rentenantrag bis zum Angelschein alles online läuft, ist fraglich. Laut einer Erhebung der EU liegt Deutschland bei der Digitalisierung der Verwaltung auf Platz 21 und damit weit unter dem europäischen Durchschnitt. Kleinere Länder wie Litauen, Estland oder Ungarn haben hier die Nase vorn – Behördengänge entfallen dank vieler Online-Angebote.

Doch in Stormarn sind wir von solchen Standards noch sehr weit entfernt. Der Kreis und seine Kommunen hatten schon vor einiger Zeit einen eigenen IT-Verbund gegründet, um die Digitalisierung anzugehen und Anschaffung, Personalsteuerung und Synergieeffekte zu steuern. Das Ergebnis sieht bis jetzt bitter aus. Weder konnte die Materialbeschaffung vereinfacht werden, noch konnte man die Abläufe dazu beschleunigen. Langfristige Kosten- und Zeitersparnis, bisher Fehlanzeige.

Eine weiteres Problem, welches auch in Stormarn und seinen Kommunen weiterhin herrscht, ist die mangelnde Personalgewinnung für den Bereich E-Government. Weder in den Verwaltungen noch im IT-Verbund Stormarn konnte der Personalstab aufgebaut werden, um die Digitalisierung wirklich zeitnah anzugehen. Auch werden offensichtlich Investitionen gescheut, oder endlos hinausgeschoben. Und dabei werden viele Chancen verspielt. Man darf nicht vergessen, dass sich hinter fast jeder Aufgabe der Verwaltung ein Einwohneranliegen verbirgt. Es sind Baugenehmigungen, Passanträge, Geburtsurkunden und vieles mehr. Eine schnelle und bessere Bearbeitung durch E-Government kommt direkt allen Menschen zu gute. Daher müssen die Verwaltungen endlich die Kinderkrankheiten überwinden und der Digitalisierung ihrer Abläufe höchste Priorität einräumen.

 

Den das Fazit lautet: Die Digitalisierung kommt – auch und gerade für die Öffentliche Hand und ihre Verwaltungen. Die neuen Tools bringen Mehrwert im Bürgerservice und ermöglichen es, Arbeitsabläufe und Prozesse effizienter zu gestalten, Zeit und Geld zu sparen. Das gilt auch den Kreis Stormarn, seine Städte, Ämter und Gemeinden.