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12. April 2017

G7, G8, G9, G20 … passe.

Während in Hamburg die Abkürzungen G7 und G20 den für die Sicherheit Verantwortlichen Schweißperlen auf die Stirn treiben und schlaflose Nächte bereiten, sorgen die Begriffe G8 und G9 in unserem geruhsamen Kreis bzw. Schleswig-Holstein insgesamt nicht für weniger Aufregung; aber nicht im Bereich der Sicherheit, sondern – mal wieder, möchte man sagen – im Bereich der Bildung. Die CDU hat ihr Herz für Schülerinnen und Schüler entdeckt und will im Falle eines Wahlsieges das neunjährige Abitur, auch G9 genannt, wieder einführen. Wie kommt diese Kehrtwende einer Partei, die doch in der Vergangenheit vehement für das achtjährige Abitur gestritten hat? Die Wehrpflicht sei entfallen und die Studienzeiten seien kürzer, deshalb seien die Berufsanfängerinnen und -anfänger nun im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nicht mehr älter, so der CDU-Spitzenkandidat Günther laut einem Artikel in dieser Zeitung. Dem können wir LINKE nur zustimmen und weitere Argumente pro G9 anführen: Die Schülerinnen und Schüler können sich besser auf die Universität vorbereiten, sie haben mehr Zeit für Freunde, Vereine und Hobbies. Eigentlich sprechen alle pädagogischen Argumente für G9.

Trotzdem kritisieren die Regierungsparteien und andere Mitglieder des Bündnisses für Schulfrieden, z.B. der Landeselternbeirat, diesen Vorstoß als eine unnötige Strukturdebatte, die den Schulen nur Unruhe bringe.

Für die LINKE hingegen geht dieser Vorstoß der CDU nicht weit genug: Wir fordern – auch für die Schulen im Kreis – eine Schule für alle. Nur so kann der Schulerfolg unabhängig vom Bildungsstand und Einkommen der Eltern werden, was in Deutschland leider bisher noch nicht der Fall ist.

Nur so können auch die individuellen Begabungen und Möglichkeiten aller Kinder und Jugendlichen gleichermaßen gefördert werden.

Das gegliederte Schulsystem hingegen ist nicht in der Lage, die Bildungsprobleme der Gesellschaft dauerhaft zu lösen.


Heidi Beutin, Die Linke, Kreistagsabgeordnete