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7. Mai 2021

Gedenkveranstaltung in Bad Oldesloe zur Zwangsarbeit während des Faschismus

Über 2 Dutzend Menschen hatten sich am 1 Mai, dem Tag der Arbeit, auf dem Bad Oldesloer Ehrenfriedhof versammelt um den Zwangsarbeitern während der Zeit des Nationalsozialismus zu gedenken.

"Der Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus wurden Nazideutschland den von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten mehr als zwanzig Millionen Menschen unterworfen. Von den Nazis wurde hierfür der euphemistische Ausdruck „Totaleinsatz“ verwendet.

Sie ist eine europaweite Erfahrung ohne Beispiel. Überall wurden Zwangsarbeiter eingesetzt – in Rüstungsbetrieben ebenso wie auf Baustellen, in der Landwirtschaft, im Handwerk oder in Privathaushalten. Jeder aus der Bevölkerung ist Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern begegnet. Mit keinem anderen Verbrechen waren derart viele Menschen persönlich konfrontiert – als Opfer, Täter oder Zuschauer. Zwangsarbeit wurde auch in Konzentrationslagern im Kriegsverlauf immer umfangreicher als eine Form der Ausbeutung und Vernichtung der Häftlinge eingesetzt.

Auch in ganz Schleswig-Holstein mussten in der Zeit des Nationalsozialismus viele Menschen Zwangsarbeit leisten. Oft mussten sie bis zum letzten Moment des Regimes schuften, oder sie wurden auf Todesmärsche geschickt von denen einer auch durch Stormarn geführt hat. Aber auch heute noch gibt es auf dieser Welt Zwangsarbeit und Sklaverei. Gerade in der Textilindustrie arbeiten insbesondere viele Frauen, gerade in Asien, unter oft schrecklichsten Bedingungen, oft bis zum Tod.

Unser 1. Mai mahnt uns Frauen und Arbeitnehmerrechte global zu verstehen und alles daran zu setzen das Sklaverei, Zwangsarbeit und Ausbeutung endlich überwunden werden“ , erklärte Hendrik Holtz während einer kurzen Ansprache am Grab eines unbekannten russischen Zwangsarbeiters.

Und auch Besuch aus Hamburg war mit dabei, um gemeinsam mit den Bad Oldesloern dem Schicksal der Zwangsarbeiter zu gedenken.

"Hamburg war sehr oft Knotenpunkt für die Versendung von Zwangsarbeitern und Todesmärschen, so auch durch Stormarn. Dies zeigt sehr deutlich das lokales Gedenken wichtig ist und die Aufarbeitung der Endphaseverbrechen erst angefangen hat. Es ist großartig, dass die Stadt Bad Oldesloe eine so lebendige Erinnerungskultur hat und bereit ist auch dunkle Tage in der Stadtgeschichte aufzuarbeiten", sagte Rieke Störig von der Partei DIE LINKE. Hamburg.