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30. Oktober 2022

Kolumne: Ausbau der S4- aber richtig!

Nach den Angaben der Bahn wird die S4 zukünftig durch den Neubau von zwei Gleisen unabhängig vom restlichen Zugverkehr fahren. Das führe zu weniger Verspätungen und einer direkten und schnelleren Verbindung zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Nun wurden in Ahrensburg  die neuesten Pläne vorgestellt. Schnell wurde dabei klar: Neben dem Personenverkehr, wird auch der Güterverkehr aus Skandinavien über den Fehmarnbelttunnel wird erheblich zunehmen und ein weiterer Ausbau der Strecke ist unerlässlich. Jetzt gilt es die Umweltverträglichkeit des Projektes sicherzustellen.

Viele Stormarner Naturschützer befürchten seit langem, dass der Ausbau negative Folgen für das Naturschutzgebiet Ahrensburger Tunneltal haben könnte. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aus Ahrensburg begrüße die Baumaßnahmen zwar grundsätzlich, hieß es in einer Mitteilung des Verbands - schließlich trage eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu einer Verkehrswende bei. Aus Sicht der Umweltschützer werden durch die zusätzlichen Gleise und die damit verbundenen weiteren Baumaßnahmen jedoch Biotope zerschnitten. Der BUND schlägt deshalb vor, dass eine oder mehrere Unterführungen gebaut werden sollen. Generell soll die Natur durch den Ausbau so wenig wie möglich belastet werden. "Hier dürfen sich weder die Bahn noch die Genehmigungsbehörden auf die rechtlich geringsten Ausgleichsmaßnahmen beschränken, sondern sollten die Chance nutzen, eine wirkliche Aufwertung der Biotopvernetzung in Ahrensburg umzusetzen", so der BUND Ahrensburg.

"Wir stehen hier voll und ganz an der Seite des BUND! Der Ausbau des ÖPNV muss unter ökologischen Gesichtspunkten erfolgen. Und die Investitionsmittel hierfür sind mehr als vorhanden, die Politik muss es nur wollen. Der Kreis Stormarn ist durch seine Randlage zu Hamburg ohnehin stark vom Biotoprückgang und Flächenversiegelung betroffen. Dafür muss ein Ausgleich geschaffen werden und die bestehenden Biotop-verbünde geschützt werden.

Noch in diesem Jahrzehnt soll die erste S4 bis Bad Oldesloe fahren. Die "Jungfernfahrt" war im Jahre 2009, damals noch auf dem alten Schienennetz. Seit dieser Zeit nehmen die Fahrgastzahlen im Regionalverkehr zwischen Hamburg, Ahrensburg und Bad Oldesloe immer weiter zu.  Mehr als 250.000 Menschen profitieren künftig von der neuen S4. Es wir höchste Zeit Sie endlich an den Start zu bringen, aber ökologisch verträglich.", sagte Hendrik Holtz, Fraktionsvorsitzender der LINKSFRAKTION. Bad Oldesloe.