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8. März 2018

Land unter in Stormarn?

In den letzten Wochen von Ort zu Ort im Kreis unterwegs, sah ich: Wasserflächen auf den Wiesen und Feldern, Tümpel und kleine Teiche, wohin das Auge blickt. So viel Nässe überall. Teiche und Gräben bis zum Rand gefüllt. In unserem Wohngebäude: Wasser im Keller, Tage und Nächte brauchte es, um ihn trocken zu legen. Der Gedanke: die Klimakatastrophe regional? Dazu paßt die Nachricht in den Medien, es sei die starke Beschleunigung des Anstiegs der Meeresspiegel bis zum Jahrhundertende nicht nur auf 30 cm zu befürchten, sondern – kann die weitere Erwärmung des Planeten durch ungebremste Emissionen in die Atmosphäre nicht gestoppt werden – auf 60-95 cm.

Gefahr für alle Küstenregionen! Schleswig-Holstein entschließt sich, neue Deiche als „Klimadeiche“ zu bauen, breiter als zuvor, um sie notfalls rasch erhöhen zu können. Die Länder sind wie der Bund, wie die Gemeinden in der Verantwortung. Der Artikel 20 a des Grundgesetzes verlangt: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen …“

Eine seiner Pflichten, unter vielen? Nein, die wichtigste von allen, neben der anderen, für den Frieden im Weltmaßstab zu sorgen. Die briefliche Äußerung, die mich gerade jetzt von einem Freund erreichte, gleicht schon einem Entsetzensschrei: „Allein die – noch nicht einmal vollzählige – Auflistung der in Natur und Umwelt drohenden oder sogar schon eingetretenen Schäden macht die Fülle der Aufgaben deutlich: Klimawandel, Stickoxyde, Erderwärmung, Poleabschmelzung, Hochwasser, Wirbelstürme, Bodenverseuchung, Energieverschwendung, Atomstrom, Artensterben, Genmanipulation, Pestizide, Müllprobleme, Waldkahlschlag, Wasserknappheit, Tierquälerei usw. Wenn es nicht gelingt, die genannten Schäden oder Gefahren zu beseitigen, dürfte die Zukunft des gesamten Erdballs auf dem Spiel stehen.“

Es gelingt aber nur, wenn nicht der Staat allein gelassen wird. Diese „Fülle der Aufgaben“ erfordert, daß wir alle anpacken. Das bedeutet zweierlei: Erkennen, was nottut. Das Nötige tun.

Heidi Beutin, Abgeordnete im Kreistag Stormarn, für die Partei Die Linke