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29. April 2021

Nachhaltigkeit im Norden

Nachhaltigkeit kann nicht nur auf nachwachsenden Rohstoffen, wie z.B. Holz, oder auf Energieträger wie z.B. Wind und Sonne angewendet werden, sondern auch im sozialen Bereich, wie z.B. beim Wohnen. Gab es 2014 noch 2105 Wohnungen mit Zweckbindung im Kreis Stormarn, so waren es 2020 nur noch 1843, erklärte der Kreis auf Anfrage der LINKEN. Es sind 262 Sozialwohnungen weggefallen, und das bei einem stätigen Bevölkerungszuwachs und damit steigenden Mieten. In Reinbek soll das Holzvogtland bebaut werden. Da gilt es einerseits abzuwägen, ob Boden durch Bebauung versiegelt werden soll oder nicht und wenn gebaut wird, in welcher Art und Weise. Unter nachhaltiger Bauweise versteht DIE LINKE mehrgeschossige Bauweise statt Einzelhäuser, auch um eine weitere Zersiedelung in Reinbek zu verhindern. Um die Häuser sollen Grünflächen angelegt werden statt Kiesgärten, um nicht noch mehr Fläche zu versiegeln. Außerdem ist es in mehrgeschossigen Wohnhäusern möglich, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, was gerade in Stormarn und somit auch in Reinbek dringend notwendig ist. Der von den Investoren vorgesehene Anteil von 25% öffentlich geförderten Wohnungen im Holzvogtland reicht nicht aus, der Anteil muss höher ausfallen. Wünschenswert wäre daher, einen Teil der Fläche in städtisches Eigentum zu überführen, weil eigener Wohnungsbau durch Kreis und Gemeinden die sinnvollste Lösung ist, um einen angemessenen Anteil Sozialwohnungen beim Neubau sicherzustellen und diesen auch nachhaltig zu machen, da hier der Wegfall der Zweckbindung nach Ende einer vertraglichen Frist nicht notwendig ist.

Ein weiterer Aspekt von Nachhaltigkeit ist der öffentliche Nahverkehr. So hat DIE LINKE 2019 in einer Resolution im Kreis gefordert, dass Stormarn sich für die Wiedereinführung des 10- Minuten-Taktes der S-Bahn nach Reinbek einsetzt. Seit 2007 ist der S-Bahn-Takt ausgedünnt und seitdem ist die Anzahl der Autos auf den Straßen deutlich höher geworden. Viele Pendler sind auf das Auto umgestiegen, weil die Wartezeiten bei einem 20 Min.-Takt auf Anschlussbusse zu lang sind, zumal wenn die S-Bahn sich verspätet. Der Individualverkehr ist erwiesenermaßen der Klimakiller schlechthin. Ihn zurückzudrängen geht nur, wenn es echte Alternativen gibt. Ein Anreiz ist eben, dass die S-Bahn öfter nach Reinbek fährt. Mittlerweile liegt das Verkehrsgutachten für den Schienenpersonenverkehr in Schleswig-Holstein vor, das einen durchgängigen 10 Min.-Takt bis Aumühle befürwortet. Noch ist in Kiel keine Entscheidung zur Taktverdichtung gefallen, wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen.

DIE LINKE. Reinbek