Detailansicht
12. Juli 2020

Vollmundig angekündigt, aber ein erbärmliches Resultat!

Durch die Corona-Krise ist die Bedeutung der systemwichtigen Berufe deutlich geworden. Um Ihnen eine Anerkennung zukommen zu lassen, hat die Bundesregierung mit viel öffentlichen Getöse eine finanzielle Bonuszahlung angekündigt.

Nun ist sie da, die Regelung. Nachzulesen auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/covid-19-bevoelkerungsschutz-2.html?fbclid=IwAR1ZW-nMQYYJmAwXMxMeVjh8nQbKmn7Z6PyJWp39w4IWymcchjINeBX1WpE

"Mehr finanzielle Anerkennung für Personal in Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten

- Alle Beschäftigten in der Altenpflege erhalten im Jahr 2020 einen gestaffelten Anspruch auf eine einmalige Sonderleistung (Corona-Prämie) in Höhe von bis zu 1.000 Euro. Die höchste Prämie erhalten Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung.

- Auch Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Helfer im freiwilligen sozialen Jahr und Leiharbeiter sowie Mitarbeiter in Servicegesellschaften sollen eine Prämie erhalten."

 

Was so schön klingt, ist in der Realität eine Verhöhnung für die Mitarbeiter*Innen! .

- Warum bekommen Auszubildende weniger. Die Azubis arbeiten genauso mit den Pflegebedürftigen wie die Fachkräfte?

- Mitarbeiter*Innen im Freiwilligen Sozialen Jahr bekommen gerade mal 100 € dafür, dass auch sie den ganzen Tag mit den Pflegebedürftigen arbeiten.

- Alle anderen Arbeitnehmer*Innen in der Pflegeeinrichtung sollen bis zu 500 € bekommen (zusätzlich abgerechnet auf die Teilzeitstunden). Diese Arbeitnehmer*Innen arbeiten in Verwaltung, Hauswirtschaft, Raumpflege, als Hausmeister, in der Wäscherei oder in der Küche und haben, wie die Pflegekräfte, mit den zu pflegenden Menschen und den Gefahren mit dem Corona-Virus in den Einrichtungen unmittelbar zu tun. Sie müssen in Schutzkleidung in kontaminierten Zimmern arbeiten, kontaminierte Wäsche reinigen, kontaminiertes Geschirr reinigen usw. Sie tragen die gleiche Verantwortung zum besonderen Schutz der Einrichtungen und müssen durch diese Verantwortung auch ihr persönliches Verhalten einschränken.

 

Thomas Voss (Sprecher Der Linken im Kreis Stormarn) sagt dazu:

"Wir teilen die Empörung vieler Mitarbeiter*Innen in den Pflegeeinrichtungen über das Ergebnis der Versprechungen. Es wird ersichtlich, das sich die Prioritäten in der Gesellschaft nicht geändert haben. Für Ihren Einsatz erhalten die Mitarbeiter*Innen nur Almosen, während die Besitzer großer Konzerne Milliarden bekommen. Eine Spaltung der Belegschaften in den Einrichtungen der Pflege ist einfach nur schäbig."