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14. Januar 2012

Bad Oldesloe demonstriert gegen Rechts

In Bad Oldesloe gibt es keinen Thor-Steinar-Laden wie in Glinde (beide Kreis Stormen), auch kein Rathaus, das wie in Ratzeburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) mit rechtsradikalen Parolen beschmiert worden ist. Für Walter Albrecht, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Bad Oldesloe sind das keine Gründe, um die Hände im Kampf gegen Rechts in den Schoß zu legen. "In Bad Oldesloe ist es zwar einigermaßen ruhig", so Albrecht, "aber davon dürfen wir uns nicht einlullen lassen – auch hier gibt es rechtes Gedankengut." Deshalb hat der Ortsverband auch ohne konkreten Anlass zur Demonstration gegen Rechts aufgerufen. Nach Polizeischätzungen haben sich rund 200 Bürger daran beteiligt.

Protest gegen Neonazis

Treffpunkt war der Bahnhof Bad Oldesloe getroffen. Bei strahlendem Sonnenschein zog der bunte Demonstrationszug in Richtung Oldesloer Innenstadt. Ein paar Demonstranten riefen vereinzelt schüchtern: "Nazis raus", die jungen Leute brüllten routiniert ihre Schlachtrufe gegen Rechts: "Gegen Nazis Hand in Hand, es gibt kein ruhiges Hinterland!".

Der Ahrensburger Erik Schrader  Fotograf: Plonske, Astrid Detailansicht des Bildes Erik Schrader ist extra aus Ahrensburg angereist, um gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren. Nicht nur Oldesloer Bürger waren beim Protestzug dabei. Erik Schrader kam aus Ahrensburg (Kreis Stormarn) zur Demonstration. Dort wurde vor kurzem ein Bericht der Stadtverwaltung zu rechtsradikalen Tendenzen in der Stadt veröffentlicht. Der Bericht kam zu dem Ergebnis, dass es in Ahrensburg keinen festen Strukturen gäbe, in denen Rechtsradikale vernetzt seien. Von solchen Aktivitäten sei in Ahrensburg allerdings sehr wohl etwas zu spüren, sagte Erik Schrader. "Gegen das Abpulen der rechtsradikalen Aufkleber komme ich kaum gegen an."

Aufruf gegen Rechts

Die meisten Redner der Abschlusskundgebung an der Hude in der Oldesloer Innenstadt erwähnten die Schmierereien in Ratzeburg und zeigten sich solidarisch mit den Opfern der Morddrohungen. Die auf Wände geschmierte Parolen richten sich gegen örtliche Kirchevetreter und Politiker – sie alle engagieren sich im "Bündnis gegen Rechts". Auch der Ort der Abschlusskundgebung war nicht zufällig gewählt. Im blauen Haus an der Hude hatte während der Nazi-Zeit ein Polizeigefängnis seinen Sitz - systematisch sind dort Menschen gefoltert worden. So rief der Stormarner DGB-Vorsitzender Uwe Teut bei seiner Rede eindringlich: "Dies darf nie wieder passieren! Nie wieder!"

NDR: preview.tinyurl.com/86wggk2