Beratungsstelle, Erwerbslosen- oder Sozialhilfeinitiative, Ämterbegleitung

ver.di Erwerbslosenausschuß Kreis Stormarn

Beratungsstelle, Erwerbslosen- oder Sozialhilfeinitiative, Ämterbegleitung | Schleswig-Holstein

ver.di Erwerbslosenausschuß Kreis Stormarn
Mühlenstr. 7
23843 Bad Oldesloe

erwerbslose-stormarn@gmx.net

In unserem Erwerbslosenausschuß von ver.di treffen sich Menschen, die von Hartz IV betroffen sind und sich im in diesem Zusammenhang engagieren möchten. Wir wollen uns zusammen tun und was verändern - denn keiner muss mit seinem Ärger zu Hause bleiben! Darum wollen wir beraten, begleiten, aufklären und uns Gehör verschaffen! Zur Zeit treffen wir uns wöchentlich als AG zu aktuellen Themen. Genaue Termine erfahrt ihr unter erwerbslose-stormarn@gmx.net eine offene Beratungsstunde findet jeden 1. Mittwoch im Monat zwischen 14.00 und 16.00 Uhr statt im

ver.di -Büro,

Mühlenstr. 7,

23843 Bad Oldesloe

Pressemitteilungen zum Thema

Hartz IV-Betroffene bekommen 538 Millioen Euro im Jahr zu wenig für die Kosten der Unterkunft ausgezahlt. Das geht aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der LINKEN hervor. Diese "Wohnkostenlücke" müssen die Hartz IV-Betroffenen aus eigener Tasche bezahlen. Dazu sagt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Die steigenden Mieten machen auch vor Hartz IV-Betroffenen nicht halt. Die Vorgaben der Jobcenter für die Kosten der Unterkunft tragen dem aber nicht Rechnung. 538 Millionen mussten sich Hartz IV-Betroffene 2018 vom Munde absparen. Seit dem Beginn der statistischen Erfassung 2011 bis 2018 insgesamt gar 4,8 Milliarden Euro. Dieses Geld fehlt Menschen, die jeden Cent dreimal umdrehen müssen, darunter Alleinerziehende und Aufstockende.

Fast jede vierte Bedarfsgemeinschaft in einer Mietwohnung ist davon betroffen, genau 546.000. Darunter sind rund 200.000 Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem Kind.  Rund 117.000 Bedarfsgemeinschaften in der Wohnkostenlücke sind Alleinerziehende.

Und es geht nicht um Kleinbeträge. Der jährliche Fehlbetrag 2018 beträgt im Durchschnitt pro Bedarfsgemeinschaft 985 Euro. Das sind im Durchschnitt über 80 Euro monatlich, die die Betroffenen vom bereits zu geringen Hartz IV Regelsatz bestreiten müssen. Das Geld fehlt im täglichen Leben für Schulsachen, für Reparaturen, für gesunde Ernährung. Für Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem Kind sind es gar 1.137 Euro, für Alleinerziehenden-Bedarfsgemeinschaften 1.063 Euro.

Wir als LINKE fordern, dass bundesweite verbindliche Kriterien für die Kosten der Unterkunft festgelegt werden, die auch tatsächlich ausreichen, um eine taugliche Wohnung zu bezahlen. Die Linke fordert das Recht auf ein Leben ohne Existenzangst und Not für Alle ein.

Die Wohnkostenlücke ist ein Beispiel von vielen, das zeigt: Hartz IV muss grundlegend überwunden werden, durch gute Arbeit und eine sanktionsfreie Mindestsicherung von mindestens 1050 Euro.

Zu den Reformplänen von Arbeitsminister Hubertus Heil für den Arbeitsmarkt und Sozialstaat erklärt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Die meisten dieser Vorschläge verbleiben im Klein-Klein. Aber der Modus der kosmetischen Korrekturen hilft uns nicht mehr weiter. Selbst bei diesen Schritten ist es völlig unklar, ob sie mit der CDU/CSU eine Chance haben. Solange die Union in der Bundesregierung ist, wird es keinen wirklichen sozialen Fortschritt geben.

Notwendig wären vier grundlegende Veränderungen: erstens soziale Garantien, die alle vor Armut schützen. Das setzt einen wirklichen Bruch mit der Hartz-IV Sanktionslogik voraus. Zweitens brauchen wir massive Investitionen in die soziale Infrastruktur. Drittens wird die Weiterentwicklung der jetzigen Pflege- und Krankenkassen zu einer solidarischen Gesundheitsversicherung für alle gebraucht. Und viertens müssen unsicherere Jobs in gute Arbeit umgewandelt werden, die zum Leben passt. Das bedeutet z. B. die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung.

19. September 2019

Weltkindertag

Katja Kipping

Katja Kipping

Am 20. September ist Weltkindertag, in Thüringen ist das ein Feiertag. , Vorsitzende der Partei DIE LINKE, dazu:

Der Weltkindertag sollte ein Tag sein, der daran erinnert, dass alle Kinder das Recht auf einen guten Start ins Leben haben, und zwar unabhängig von ihrer Herkunft. Doch leider hängen bei uns schon die Bildungserfolge der Kinder stark vom Kontostand ihrer Eltern ab. So wissen wir, dass aus nicht armen Haushalten sich jedes zweite Kind für ein Gymnasium entscheidet, aus armen Haushalten aber noch nicht einmal jedes vierte.

Um das zu ändern, brauchen wir längeres gemeinsames Lernen und kleinere Klassen, damit die Lehrkräfte Zeit für alle Schülerinnen und Schüler haben. Wir müssen endlich auch in unserem Bildungssystem dem Umstand Rechnung tragen, dass Kinder Unterschiedliches von ihrem Elternhaus mit auf den Weg bekommen.

Über das Bildungssystem hinaus brauchen Kinder außerdem soziale Sicherheit. Natürlich ist Geld nicht alles, aber zu einer unbeschwerten Kindheit gehört die Freiheit von Existenzängsten und Armut. Deshalb engagiert sich die Linke für eine Kindergrundsicherung von rund 600 €, die alle Kinder und Jugendlichen garantiert vor Armut schützt.

Der Weltkindertag sollte ein Anlass sein, die Situation aller Kinder in den Fokus zu rücken. Da freut es mich ganz außerordentlich, dass das Land Thüringen diesen Tag zum Feiertag erklärt hat. Denn ein Feiertag ist immer auch ein besonderer Anlass für Familien, Nachbarn und Freunde, Zeit miteinander zu verbringen, jenseits des Alltagstrotts.