08.06.2009
Statement von Gabi Zimmer auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Parteivorstandes
Wir sind mit höchstwahrscheinlich acht Abgeordneten als DIE LINKE aus Deutschland im Europaparlament vertreten. Es ist klar, dass das Gesamtergebnis der Europawahl problematisch ist, vor allem vor dem Hintergrund, dass die konservativen, rechtskonservativen, rechtspopulistischen Kräfte im Europaparlament künftig stärker vertreten sind und die sozialdemokratischen und linken Kräfte geschwächt wurden. Das wird es uns als Linke im Europaparlament schwerer machen, Bündnisse mit Abgeordneten anderer Fraktionen zu uns wichtigen Themen herzustellen, beispielsweise wenn es um ein soziales und solidarisches Europa, um mehr direkte Demokratie und ein friedliches Europa geht.Wir waren bisher mit sieben Abgeordneten im Europaparlament vertreten. Ich glaube, das eine Mandat, das wir jetzt mit dazulegen können, wird uns nützen, wenn es darum geht, beispielsweise in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union armutsfeste Mindestlöhne als Anspruch, als Anforderung an Regierungshandeln, an das Handeln von Mitgliedsstaaten mit durchzusetzen. Aber natürlich brauchen wir dafür die Kooperation mit all jenen, die während des Wahlkampfes ebenfalls die Forderung plakatiert haben, EU-weit Mindestlöhne durchsetzen, wie die Sozialdemokraten. Und wir hoffen, dass sie diesmal zu ihrem Wort stehen und im Europaparlament nicht wieder umfallen.
08.06.2009
Statement von Dietmar Bartsch auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Parteivorstandes
Gestatten Sie mir vier kurze Bemerkungen. Die erste zum Europawahlergebnis, obwohl dazu fast alles gesagt ist. Natürlich, zehn Prozent war unser Ziel. Das haben wir nicht erreicht. Ich will aber auch darauf hinweisen, dass die Parteien der großen Koalition nur ein Ergebnis unter 60 Prozent erzielt haben, was etwas über ihre Arbeit im Land sagt. Ich will, was unsere Zahlen betrifft, zwei Dinge erwähnen: Das eine ist, dass von Arbeitslosen mit 22 Prozent überdurchschnittlich gewählt wurden, was sehr wohl ein Vertrauensbeweis an unsere Adresse ist. Das heißt aber auch, dass wir an anderen Stellen beispielsweise bei der Vertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rentnerinnen und Rentner deutlich zulegen müssen. Und natürlich war im Vorfeld weniger hilfreich, dass eine Europaabgeordnete und zwei Landtagsabgeordnete die Partei verlassen haben, was ja in den Medien großen Widerhall gefunden hat. Das hat sicherlich nicht unbedingt zur Mobilisierung beigetragen. Aber unterm Strich: Es bleibt ein Zugewinn, und darauf sind wir auch ein Stückweit stolz.
Zweitens eine Bemerkung zu den Kommunalwahlergebnissen: Ich will zunächst zu den drei alten Ländern sagen, dass wir da durchaus gute Ergebnisse, teilweise – wie an der Saar – hervorragende Ergebnisse erzielt haben. Das ist für uns deshalb sehr wichtig, weil damit der Parteibildungsprozess vorangetrieben wird. Wir haben jetzt endlich auch auf der kommunalen Ebene Vertreterinnen und Vertreter, und das wird dann auch dazu führen, dass sich Vernunft – ich erinnere an das Plakat von Lothar Bisky – auch dort zunehmend mehr durchsetzt. Das ist eine positive Entwicklung in den alten Ländern.
Was die neuen Länder betrifft, sind die Ergebnisse sicherlich differenziert. Ich bin stolz, dass wir in einigen Städten auch wieder stärkste Partei geworden sind, zum Beispiel in Suhl, Borna, Chemnitz, Rostock und Schwerin. Das unterstreicht auch nochmal deutlich den Gestaltungsanspruch, den DIE LINKE erhebt. Wir sind in den Kommunen in diesen Ländern stark und konnten unsere Positionen teilweise ausbauen. Hier und da – siehe Dresden – haben wir auch aus den bekannten Gründen Verluste einstecken müssen.
Eine dritte Bemerkung: Die zentrale Aufgabe für die Bundestagswahlen wird sein, dass wir die Mobilisierung verstärken. Es geht um Geschlossenheit – das ist aus Sicht des Bundeswahlkampfleiters besonders wichtig – und um Glaubwürdigkeit. Diese beiden Substantive werden wir thematisch untersetzen, und das werden wir in der Wahlkampagne deutlich machen. Damit treffen wird die Entscheidung, ob und wie stark wir zweistellig werden.
Die letzte Bemerkung bezieht sich auf den 30. August, wo in drei Ländern Landtagswahlen und in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen stattfinden werden. Ich will darauf verweisen, dass in Thüringen und Sachsen wie bei allen vorherigen Wahlen DIE LINKE deutlich stärker als die SPD ist. Also gehen Sie davon aus, dass das auch bei den Landtagswahlen so sein wird, dass wir – auch im Saarland ist es völlig unbestritten – mit eigenen Ministerpräsidentenkandidaten in diese Wahlen gehen und gewinnen wollen.
08.06.2009
Statement von Oskar Lafontaine auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Parteivorstandes
Ich möchte das unterstreichen, was Lothar Bisky gesagt hat. Erstens: Wir haben zugelegt. Ich erwähne das nur, weil ab und zu die Kommentierung so ist, als seien diejenigen, die sechs Prozent verloren haben, die größten Sieger und diejenigen, die nur wenig zugelegt haben – wobei das auch wieder nur relativ ist, wenn man das in absoluten Zahlen sieht – die Verlierer sind. Also wir haben zugelegt. Wir haben aber nicht in dem Maße zugelegt, wie wir uns das gewünscht haben oder erwartet haben. Wir hatten ein Ergebnis um die zehn Prozent erwartet. Das ist es nicht geworden. Wir haben die Frage erörtert, warum das nicht erreicht worden ist. Es ist ganz klar, dass Mobilisierungsdefizite in unserer Wählerschaft da sind. Das traf nicht nur uns, sondern in noch dramatischer Weise die SPD. Diejenigen, die arbeitslos sind, die geringe Einkommen, die geringe Renten haben, neigen dazu, bei Europawahlen nicht zur Wahlurne zu gehen. Sie fühlen sich ausgegrenzt und reagieren dann mit Wahlenthaltungen und Resignation. Deshalb haben Meinungsforschungsinstitute diese Wahl als eine "Wahl der gebildeteren Schichten" bezeichnet, als eine Wahl der Besserverdienenden. Das ist eine negative Entwicklung, die uns besorgt macht. Denn wenn fast 60 Prozent der Wählerinnen und Wähler nicht mehr zur Wahl gehen, ist das ein deutliches Problem für die gesamte Demokratie. Denn die Demokratie lebt davon, dass diejenigen, die repräsentiert werden sollen, sich auch an solchen Wahlen beteiligen und ihr Urteil zum Ausdruck bringen.
Wenn es darum geht, die Mobilisierungsdefizite anzusprechen, dann habe ich bei meinen Veranstaltungen die Erfahrung gemacht, dass die Kernthemen der LINKEN – die Frage des realen Sinkens der Renten, des realen Sinkens der sozialen Leistungen und vor allem des realen Sinkens der Löhne – natürlich dann auch von den Zuhörerinnen und Zuhörern so beurteilt worden sind: Ja, in Europa könnt Ihr daran sowieso nichts ändern. Dann zu erklären, dass beispielsweise über Entsenderichtlinien u.ä. doch Einflüsse auf solche Entwicklungen genommen werden können, das fällt dann etwas schwer. Insofern hatten wir tatsächlich das Problem der Mobilisierung. Wir gehen aber davon aus, dass es bei der Bundestagswahl nach allen Erfahrungen gelingen wird, diese Mobilisierungsdefizite zu überwinden. Wir bleiben dabei: Es wird keine schwarz-gelbe Mehrheit geben. Also alle Freuden sind verständlich, aber es sind Vorfreuden, die in dem Ergebnis der Bundestagswahl keine Entsprechung finden werden. Es wird wieder eine Zusammensetzung geben, ähnlich der jetztigen, wobei DIE LINKE zweistellig sein wird. Ich bleibe dabei und schließe darauf auch Wetten ab.
Wir werden in der nächsten Zeit versuchen müssen, den Wählerinnen und Wählern unsere Vorschläge zur Entwicklung des sozialen Lebens in Deutschland zu erläutern. Das heißt, wir sind die politische Kraft, die steigende Löhne, steigende Renten und steigende soziale Leistungen nachwievor zur Grundlage des sozialen Lebens in Deutschland machen will. Und wir sind insoweit die einzige politische Kraft, die das will, weil alle anderen Parteien in den vergangenen Jahren darauf hingewirkt haben, das Löhne, Renten und soziale Leistungen fallen. Dieses Profil wollen wir natürlich deutlich herausarbeiten, und wir sind überzeugt, dass wir dabei die Wählerinnen und Wähler ansprechen können.
Wir werden durch die jüngste Entwicklung bei Karstadt und bei Opel bestätigt. Das ist erkennbar. Ich verweise hier nur auf einen Kommentar der "Süddeutschen Zeitung" zum Agieren der Bundesregierung: "Kein Konzept, keine Linie, keine Strategie." Es ist so, dass bei den Rettungsmaßnahmen die Bundesregierung einmal darunter leidet, dass die zwei Hauptakteure in unterschiedliche Richtung ziehen. Es gehört auch dazu, dass z.B. etwa eine kleine Partei, wie die CSU, die in der öffentlichen Wahrnehmung völlig überbewertet wird, dass sie immer beide Meinungen vertritt. Also ein Teil vertritt die Meinung, dass man eben marktwirtschaftlich antworten soll und die Betriebe pleite gehen lassen soll. Der andere Teil vertritt die Meinung, das Gegenteil sei richtig. Aber das Ganze geht zulasten einer vernünftigen Lösung. Bei Opel sind offensichtlich keine tragfähigen Vereinbarungen getroffen worden. Das müssen wir heftig kritisieren, und bei Karstadt hören wir jetzt, dass bei Arcandor die Bundesregierung nicht bereit ist, entsprechend tätig zu werden. Unsere Antwort ist die Belegschaftswirtschaft. Das ist die Konsequenz aus all dem, was wir in den letzten Jahren erlebt haben. Das ist die einzige Marktwirtschaft der Freiheit der Menschen. Das, was wir als freie Marktwirtschaft bezeichnen, ist ein Herr-und-Knecht-Verhältnis, das durch das Wort Freiheit kaschiert werden soll. Wir wollen eine Wirtschaft mit beteiligten Belegschaften, weil das die Konsequenz ist und das den Weg in die Zukunft weist. Die Konsequenz aus der Entwicklung bisher: Die Fälle Merkle, Schaeffler und Porsche usw. wären nicht eingetreten, wenn eine ordentliche Beteiligung der Belegschaft dagewesen wäre. Und um in Zukunft solche Fehler auszuschließen, streben wir eine Belegschaftswirtschaft an. Auf dieser Grundlage sollte auch das Handeln der Bundesregierung sich bewegen: Klar eine starke Beteiligung der Belegschaft ins Auge fassen, entsprechend auch dann die Zuschüsse und Bürgschaften dazu geben. Aber solange man kein solches Grundkonzept hat, bewegt man sich eben im Rahmen des Bisherigen, und dann steht am Ende die geordnete Insolvenz.
Soviel also von meiner Seite als Konsequenz aus der Wahl.
08.06.2009
Statement von Lothar Bisky auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Parteivorstandes
Meine Damen und Herren, ich will wenige Bemerkungen machen, die unsere Sicht auf dieses Wahlergebnis widerspiegeln sollen. Zunächst einmal haben wir zugelegt. Es war ja die erste bundesweite Wahl der Partei DIE LINKE. Auch wenn man das mit den PDS-Ergebnissen vergleichen will, haben wir zugelegt. Aber es ist nicht zu vergleichen, denn wir sind natürlich eine Partei im Wachstum, die auch Wachstumsprobleme kennt.
Acht Abgeordnete, damit sind wir von den Linken im Europäischen Parlament die größte Delegation. Wir werden dort eine linke Adresse für Bürgerinnen und Bürger im Land sein. Wir werden mit unserer Politik erkennbar sein.
Unsere Schwerpunkte bleiben: Wir wollen ein Europa der Abrüstung. Wir wollen das europäische Sozialstaatsmodell nicht in ein Museum abschieben lassen. Wir bleiben der Ansprechpartner für mehr direkte Demokratie in Europa.
Wenn man das Gesamtergebnis positiv wertet, muss man gleichzeitig sagen, dass natürlich unsere Erwartungen nicht vollständig erfüllt sind. Wir hatten mit mehr gerechnet. Das festzustellen, gebietet die Ehrlichkeit. Aber ich denke, es ist ein respektables Ergebnis. Wir haben es nicht vermocht, alle, die möglicherweise DIE LINKE gewählt hätten, zu mobilisieren. Ob das bei Europawahlen überhaupt möglich ist, weiß ich nicht. Wir glauben aber, dass wir mit dem Ergebnis eine gute Vorlabe für den Bundestagswahlkampf geliefert haben. Das ist ganz wichtig. Wir glauben auch, dass wir für den Bundestagswahlkampf die Lehre ziehen können, dass die innerparteilichen Auseinandersetzungen, die wir hatten, nicht hilfreich waren, dass wir darauf, soweit es eben geht, im Wahlkampf verzichten sollten. Das ist eine Absicht. Ich denke, sie ist auch durchsetzbar. Denn es zeigt sich ja: Wenn eine Partei sich streitet, wird sie zu Recht von Wählerinnen und Wählern dafür bestraft.
Die Linke hat europaweit verloren. Ich weiß noch nicht exakt, wie viele Mandate es sind. Es sind wohl sechs bis acht. Das ist nicht gut und deutet darauf hin, dass wir unsere Aufgabe auch darin sehen müssen, Linke in Europa zusammenzuführen. Hier sind besondere Erwartungen an die deutsche Linke geknüpft. Wir werden versuchen, dem zu entsprechen. Es ist unsere Verpflichtung, dass wir eine starke Linke in Europa erhalten. Wir wollen die GUE/NGL fortsetzen, also die Fraktion, in der wir gegenwärtig sind. Wir denken, dass die drei Gruppierungen und die drei Eckpfeiler, die die GUE/NGL tragen, auch weiterhin von Bedeutung sind. Wir werden eine gedeihliche Zusammenarbeit suchen.
07.06.2009

Wenn das neu gewählte Europaparlament am 14. Juli in Strasbourg zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt, werden mit Lothar Bisky, Cornelia Ernst, Thomas Händel, Jürgen Klute, Sabine Lösing, Helmut Scholz, Sabine Wils und Gabi Zimmer acht Europaabgeordnete für DIE LINKE ihre Arbeit aufnehmen. "Die Wählerinnen und Wähler erwarten jetzt von uns, dass wir konkrete Vorstellungen für ein soziales Europa unterbreiten, dass wir die bisherigen Erfahrungen der zurückliegenden Legislaturperiode wieder einbringen. Wir müssen jetzt unsere Forderungen für armutsfeste Löhne in allen EU-Mitgliedstaaten verstetigen", betont Gabi Zimmer.
Gabi Zimmer:
Gleich richtig aufstellen und mit der Arbeit anfangen
MP3 (2.5MB)
04.06.2009
Unter diesem Kernsatz versammeln sich KĂĽnstlerinnen und KĂĽnstler, Sportlerinnen und Sportler aus Ost und West in einem Wahlaufruf fĂĽr die Partei DIE LINKE zu den Europawahlen am 7. Juni 2009.
In ihrem Aufruf „Für ein demokratisches, soziales, friedliches und ökologisches Europa“ beschreiben die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner treffend die gegenwärtige gesellschaftliche Situation, die von Unsicherheit und Ungerechtigkeit geprägt ist. Die sich vergrößernde Kluft zwischen Arm und Reich, das Missverhältnis zwischen Bankenrettung für Milliarden und der Verweigerung, den Hartz-IV-Satz anzuheben, die militärische Aufrüstung der EU und die europaweite Festschreibung möglichst niedriger sozialer und ökologischer Standards ist Mittelpunkt der Kritik.
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, mehrheitlich keine Mitglieder der LINKEN, sehen in der Partei DIE LINKE ein Korrektiv und die politische Alternative zu den Parteien des "Weiter so". Zu den Unterzeichnern gehören die Schriftsteller Daniela Dahn und Dr. Eugen Drewermann, der Maler und Bildhauer Alfred Hrdlicka, die Schauspielerinnen Carmen-Maja Antoni und Annekatrin Bürger, die Schauspieler Peter Sodann und Uwe Steimle. Die komplette Liste und den Wahlaufruf finden Sie im Anhang.
Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter haben sich mit ihrem Aufruf "Für ein anderes, besseres Europa" bereits im Laufe des Wahlkampfs dazu bekannt, DIE LINKE zu wählen. Sie sagen, eine Stimme für DIE LINKE am 7. Juni ist "Eine Stimme für eine soziale Alternative zum Kapitalismus."
Anhang
Wahlaufruf (
PDF-Datei, 40 kB)
Erstunterzeichner (
PDF-Datei, 45 kB)
02.06.2009

DGB und DIE LINKE sind sich einig: Sozialer Fortschritt soll als Ziel der Europäischen Union festgeschrieben und das Recht auf gleichen Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen für gleiche Arbeit am gleichen Ort verwirklicht werden. Gemeinsam mit den Vorsitzenden von DGB und ver.di, Michael Sommer und Frank Bsirske, präsentieren die Vorsitzenden von Partei und Bundestagsfraktion DIE LINKE, Lothar Bisky, Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, am 2. Juni in Berlin eine
gemeinsame Erklärung.
Pressekonferenz: der Vorsitzenden von DGB, ver.di und LINKE
Download: MP3 (24MB)

Das Programm der Partei DIE LINKE fĂĽr die Europawahl am 7. Juni 2009 wurde auf dem Europaparteitag am 28. Februar 2009 in Essen beschlossen.
Unser Ziel ist, dass alle Menschen in Würde selbstbestimmt und solidarisch miteinander leben können – in Europa und weltweit. Deshalb setzt sich DIE LINKE vor allem für soziale Gerechtigkeit, den weltweiten Frieden und die demokratische Teilhabe der Menschen ein. Die herr-schende Politik der Europäischen Union (EU) agiert in die entgegengesetzte Richtung. Anstatt durch zivile Krisen- und Konfliktprävention Kriege und weltweit wachsende Kriegsgefahren ein-zudämmen, Armut und ihre Ursachen, Klimawandel und Umweltzerstörung global zu bekämpfen, rüsten EU-Mitgliedstaaten auf, um auf die zwangsläufigen Konsequenzen ihrer auf Ausbeutung, unfairen Handelsbeziehungen und Umweltzerstörung beruhenden Wirtschaftspolitik mit militärischen Mitteln zu reagieren. Diese Politik sollte im Vertrag von Lissabon verankert werden. Deshalb bekräftigt DIE LINKE ihr NEIN zu diesem Vertrag. ... mehr
I. Für eine soziale und ökologische Europäische Union
II. Für eine demokratische Europäische Union
III. Für eine zivile und global solidarische Europäische Union
komplettes Programm lesen
Europawahlprogramm herunterladen (PDF, 345 kB)
29.05.2009
"Wir sind für die EU", stellte Lothar Bisky, Vorsitzender der Europäischen Linken und Spitzenkandidat der Linkspartei, gleich eingangs seiner Wahlveranstaltung in Lübeck klar.
"Ich glaube, dass die anderen, die immer alles nur abnicken, gegen die EU sind. Denn so wird es mit der Europäischen Union nicht weiter gehen können." Die anderen Parteien scheuten die Debatte über die europäische Zukunft, sie verlagern sie allein auf die Debatte um den Lissabon-Vertrag, und seien dabei nicht mal glaubwürdig. Lothar Bisky moniert, dass Reden und Handeln gerade au ch der deutschen Regierung, total gegensätzlich seien. "Sie wollen was gegen die Steueroasen tun, sagen sie. Aber sie verfechten den Vertrag, der eine Beschränkung des internationalen Kapitalverkehrs ausdrücklich verbietet." Steueroasen seien so genauso wenig trocken zu legen, wie die ang eblich gewollte Kontrolle der internationalen Finanzmärkte mit den Regeln dieses Vertragswerk zu bewerkstelligen sei. Besonders aufs Korn nahm Lothar Bisky den deutschen Finanzminister Peer Steinbrück. Auf die SPD-Kampagne gegen DIE LINKE anspielend, sagte Lothar Bisky: "Steinbrücks Reden sind heiße Luft!"
Weder die Bundesrepublik noch die EU seien Opfer der Globalisierung und der Wirtschaftskrise, sondern deren Motoren. „Es gibt teilweise Stundenlöhne von drei bis fünf Euro.“ Solche Bezahlung sei nicht nur menschenunwürdig, sondern erweise sich auch als Wachstumsbremse. SPD und Grüne seien mit ihren aktuellen Forderungen nach Mindestlöhnen komplett unglaubwürdig: „In Deutschland haben sie sie verhindert und in Europa haben sie sie nicht auf den Weg gebracht“, stellte Bisky unter großem Applaus im gut gefüllten Veranstaltungsraum des Lübecker Hauses der Kulturen fest. Geradezu amüsiert zeigte sich Bisky über die Teilnahme Franz Münteferings bei der jüngsten DGB-Demonstration in Berlin. „Da wurde ausdrücklich=2 0die Rücknahme der Rente mit 67 gefordert, und ausgerechnet Müntefering marschiert in der ersten Reihe mit.“
„DIE LINKE ist für Europa und für eine europäische Verfassung. Aber über deren Inhalte müssen die Bürgerinnen und Bürg er mitbestimmen und über den Verfassungsentwurf entscheiden können.“ Sozialstaatlichkeit, die im Lissabon-Vertrag gar nicht vorkomme, müsse eines der wichtigsten Verfassungsprinzipien sein. Die seit Lissabon geforderte Militarisierung Europas sei in das Gegenteil zu verkehren. Nur so habe eine Verfassung die Chance, von den Menschen in Europa auch wirklich akzeptiert zu werden. „Lissabon und die herrschende Politik will Europa den Ackermanns und den Konzernen überlassen“, darüber könnten auch die Wahlkampfreden nicht hinwegt uschen, so Lothar Bisky. „Setzen Sie dem was entgegen“, forderte er die Lübeckerinnen und Lübecker auf. „Gehen Sie wählen, wählen Sie DIE LINKE. Die anderen werden Ihnen nach den Wahlen kalte Duschen zumuten. Aber eine starke LINKE kann mehr, als Ihnen hinterher nur die Haare föhnen.“
27.05.2009

Anlässlich der Auszahlung einer Dividende von über 280 Millionen Euro an die Aktionäre der Deutschen Bank erklärt Sahra Wagenknecht, Mitglied des Europäischen Parlaments und des Vorstands der Partei DIE LINKE:
„Es hat den Anschein, als würden die größten Zocker ungeschoren aus der Krise hervorgehen. Während Millionen Menschen um ihren Arbeitsplatz fürchten und durch Kurzarbeit empfindliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, schütten die deutschen Konzerne Dividenden in zweistelliger Milliardenhöhe aus. Selbst die Deutsche Bank, die im Handel mit giftigen Schrottpapieren eine zentrale Rolle gespielt hat, wird ihre Aktionäre heute mit einer Dividende von 0,50 Euro je Aktie beglücken.
Begründet wird diese Ausschüttung mit dem Märchen, dass die Deutsche Bank als einzige deutsche Großbank keine Steuergelder in Anspruch nehmen musste. „Ich bin daher - insbesondere auch im Sinne unserer Aktionäre - sehr froh, dass wir die Regierung nicht um Steuergelder haben bitten müssen", tönte Deutsche Bank-Chef Ackermann auf der gestrigen Hauptversammlung und bekräftigte gleichzeitig das Ziel, an einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent festhalten zu wollen.
Nun mag es sein, dass Herr Ackermann nicht um Unterstützung bitten musste, sondern die Regierung freiwillig dafür gesorgt hat, dass die Deutsche Bank nicht auf offenen Forderungen sitzen bleibt. Klar ist jedenfalls, dass die Dividende der Deutschen Bank nur deshalb gezahlt werden kann, weil der Steuerzahler am Ende für die gigantischen Spekulationsverluste des Finanzsektors aufkommt. Denn wem kommen die Steuermilliarden zugute, die der Staat für die Rettung der Hypo Real Estate, der Commerzbank oder der IKB mobilisiert hat? Doch nicht zuletzt der Deutschen Bank, die andernfalls gezwungen wäre, einen weitaus größeren Teil ihrer Forderungen abzuschreiben. Allein die US-amerikanischen Steuerzahler haben die Deutsche Bank mit mehr als 12 Milliarden Dollar unterstützt – hierbei handelt es sich allein um die Verbindlichkeiten, die der Versicherungskonzern AIG gegenüber der Deutschen Bank eingegangen war. Und was die IKB betrifft, so lässt sich sogar nachweisen, dass die Deutsche Bank selbst ihre Schrottpapiere an die IKB weitergegeben hat – für die dann anschließend der Staat aufgekommen ist.
Es ist daher höchste Zeit, mit dem Märchen aufzuräumen, dass die Deutsche Bank die Krise aus eigener Kraft bewältigen kann. Und es ist höchste Zeit, nicht nur gegen überzogene Boni und Managergehälter vorzugehen, sondern auch die großen Vermögensbesitzer und Aktionäre, die allein in diesem Jahr mehr als 22 Milliarden Euro an Dividenden einstreichen konnten, zur Kasse zu bitten. Statt über die Gründung einzelner bad banks nachzudenken, muss endlich der gesamte Finanzsektor in öffentliche Hand überführt werden. Dies ist nicht nur die für den Steuerzahler billigste Lösung, sondern auch der einzige Weg, um sicherzustellen, dass die deutschen Banken wieder ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen und nützliche Investitionen finanzieren statt windige Spekulationsgeschäfte zu tätigen."
27.05.2009
70 Jahre nach Beginn des 2. Weltkrieges ist mit den Kriegsverrätern noch immer eine Opfergruppe in der Bundesrepublik nicht rehabilitiert. Das waren diejenigen kleinen Soldaten, die sich dem Krieg entzogen haben, die Juden bei der Flucht geholfen haben, die Kriegsgefangenen ein Stück Brot zugesteckt haben oder die einfach nicht mehr mitmachen wollten. DIE LINKE fordert, diese Gruppe endlich zu rehabilitieren. Der Verrat am Vernichtungskrieg von 1939 – 1945 darf nicht länger als Vorstrafe angesehen
MP3 (1418KB) werden, sondern als etwas Lobenswertes.
25.05.2009

Statement des Parteivorsitzenden Lothar Bisky auf der Pressekonferenz im Berliner Karl-Liebknecht-Haus
Statement als Audio- und Video-Datei
Sehr geehrte Damen und Herren, unser Land hat einen neuen Bundespräsidenten. Wir gratulieren Horst Köhler zu seiner Wiederwahl, ich erweise Gesine Schwan meinen Respekt. Und ich bekenne zugleich, dass wir uns über das Wahlergebnis unseres Kandidaten, Peter Sodann, sehr gefreut haben.Am Wochenende hat unserer Land 60 Jahre Grundgesetz gefeiert. Eins stimmt: Das Grundgesetz ist besser als sein Ruf. Dennoch möchte ich daran erinnern, dass das Grundgesetz für die drei Westzonen einstmals auch ein Wegweiser in die deutsche Teilung war. Umso mehr sollten wir heute seine demokratische Potenz, das Sozialstaatsgebot und vieles mehr hoch halten. Es ist deshalb auch richtig, kritisch auf die politische Praxis zu schauen, z. B. auf den unverantwortlichen Abbau des Sozialstaates. Es sind noch 13 Tage bis zur Europawahl. Die heiße Wahlkampfphase für die Europawahlen und für sieben Kommunalwahlen am 7. Juni hat begonnen. Morgen findet um 17 Uhr in Köln die zentrale Auftaktveranstaltung der LINKEN statt. Zahlreiche kleinere Veranstaltungen, auch Spitzenkandidatenrunden aller Parteien wie gestern in Brüssel und Berlin fanden bereits statt.Unsere Oberbürgermeisterin in Schwerin, Angelika Gramkow hat auf einer Wahlkampfveranstaltung in Schwerin zu Recht den Privatisierungswahn verurteilt, der durch die herrschende europäische Politik massiv in die kommunale Daseinsvorsorge eingegriffen hat. „Wenn wichtige öffentliche Einrichtungen privatisiert werden, haben wir alle nichts mehr zu entscheiden“, hat sie kurz zusammengefasst. Darin ist der klare Appell – auch an eine andere Europapolitik! Und ich möchte heute die Gelegenheit nutzen, nochmals hinter die klassischen Klischees zu schauen, mit denen linke Europapolitik zumeist konfrontiert wird.Ja, die LINKE lehnt den Vertrag - nach sorgfältiger Abwägung und bei Berücksichtigung durchaus vorhandener positiver Seiten – ab. Sie ist europakritisch – was die herrschende Politik betrifft. DIE LINKE ist proeuropäisch, was die Chancen der europäischen Integration, eine friedliche Rolle Europas in der Welt, die eigenständigen Antworten Europas auf die soziale Frage und den Klimawandel betrifft.DIE LINKE will eine andere Verfassung für Europa.Der Vertrag von Lissabon will eine Wirtschaftspolitik fortsetzen, die die schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise seit 80 Jahren mit hervorgerufen hat. Der Vertrag verpflichtet zur Aufrüstung und enthält den Weg zu einem entsprechenden Kerneuropa. Genau das ist im Vertrag von Nizza noch untersagt und stellt insgesamt die Gründungsideen der EU auf den Kopf – da sollten die wirtschaftlich Mächtigen eingebunden und nicht zur unkontrollierbaren Lokomotive gemacht werden.DIE LINKE steht für ein demokratisches Europa. Dazu gehören nicht nur erweiterte Rechte des Parlaments, dazu gehören Volksabstimmungen über die grundlegenden europäischen Verträge.Geht es um die Überwindung der Wirtschaftskrise, so sieht man den Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wie Don Quichote einstmals nun gegen die Steueroasen kämpfen. Nur ist er nicht Don Quichote, sondern hält große Stücke auf den Vertrag von Lissabon, so wie seine Kollegen von den anderen vier im Bundestag vertretenen Parteien. Doch der Vertrag von Lissabon verbietet die Regulierung des Kapitalverkehrs gegenüber Drittstaaten (Art. 63 I AEUV). Das Problem der Steueroasen löst der Lissabon-Vertrag jedenfalls nicht.Ich bin erstaunt und erfreut, wenn ich höre wie vehement die Spitzenkandidaten von SPD und Grünen Martin Schulz und Reinhard Bütikofer höhere Sozialstandards und einen Mindestlohn für Europa fordern, wenn sie als Kernaussagen ihrer Wahlprogramme soziale Gerechtigkeit und Frieden nennen.Allerdings muss ich daran erinnern: SPD und Grüne haben den gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland verhindert und in Europa nicht auf den Weg gebracht, Sie haben Lohndumping in Deutschland und Europa hoffähig gemacht, sie haben die Soldaten nach Afghanistan entsandt und befürworten eine europäisches Kerneuropa. Es ist hier die SPD, die heiße Luft produziert.Bei der Börsenumsatzsteuer sieht es bekanntlich genauso aus. Starke Sprüche, aber wenn es ans politische Handeln geht, dann wurde - wie so oft - nur wild in der Luft gefuchtelt. Doch, um nochmals zurück zu den europaweiten gesetzlichen Mindestlöhnen zu kommen. Menschenwürdige Mindestlöhne sind kein Problem, das an nationalen Grenzen halt macht. Das hat uns nicht nur der EugH zu verstehen gegeben. Laut EuGH dürfen jetzt sogar nur höchstens Mindestlöhne verlangt werden. Mindestlöhne wurden auf der europäischen Ebene zu Höchstlöhnen gemacht. Und hier – in Deutschland - gibt es nicht einmal Mindestlöhne.Nun kündigt die SPD an – genau wie der DGB – im Lissabon-Vertrag muss eine soziale Fortschrittsklausel verankert werden. Also – man steht im Wahlkampf für eine Veränderung des Vertrags. Und nach dem Wahlkampf? DIE LINKE wird im Europäischen Parlament ständig daran erinnern.Bei der LINKEN kann man sich darauf verlassen, dass die Kritik am Lissabon-Vertrag fundiert ist und unser politisches Handeln in Europa bestimmen wird – auch nach den Wahlen. Das gilt auch für unseren Einsatz für ein friedliches Europa und für mehr direkte Demokratie. Eine Ablehnung des Lissabonner Vertrags ist keine Ablehnung der europäischen Idee. Für mich wird andersherum ein Schuh draus. Wir LINKEN sind deshalb kritisch gegenüber der herrschenden Politik Europas, weil sie Chancen verspielt, die Europa kulturell, sozial, historisch und auch wirtschaftlich hat. Es war ein amerikanischer Publizist, Jeremy Rifkin, der nach dem schwer fassbaren europäischen Traum im Unterschied zum alten amerikanischen Traum fragte. Und er sah im europäischen Traum eine Besonderheit, denn er fußt nicht wie der amerikanische zuerst auf Wettbewerb und Assimilation, sondern besteht aus Kooperation und der Akzeptanz kultureller Vielfalt. In der heutigen Welt, so meinte Rifkin, sei dieser Schatz, die Fähigkeit zur Kooperation und zur Vielfalt das bessere Gerüst, um die weltweiten Herausforderungen zu bewältigen. Und man spürt ja allenthalten, dass auch die US-amerikanische Politik sich inzwischen kooperativer entwickelt.Die Europapolitik der LINKEN ist eine Politik für eine europäische Sozial- und Umweltunion, für mehr Demokratie und Frieden, für ein kooperatives Europa im Innern und weltweit. Von dieser Überzeugung bringen uns auch die nicht ab, die gern Europakritik mit Europaskeptizismus verwechseln, für den sie mit ihrer Politik allerdings oft selbst verantwortlich sind und es geht dabei oft nicht nur um heiße Luft – sondern um die Lebensbedingungen für Millionen Menschen heute und morgen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Klaus Ernst, richtet anlässlich der von der aktuellen Studie des Forschungsinstituts Berlinpolis bestätigten sozialen Ungleichheit in Deutschland scharfe Angriffe an die Adresse der SPD. Die wachsende soziale Ungleichheit gehe auf das Konto des Trios Schröder-Steinmeier-Müntefering. 10 Jahre SPD in der Regierungsverantwortung hätten die sozialen Unterschiede in Deutschland verschärft. Ernst erklärt:
„Diese Studie zieht eine verheerende Bilanz von 10 Jahren Regierungsarbeit der SPD. Im europäischen Vergleich ist Deutschland ein soziales Entwicklungsland. Aber es reicht nicht, dramatische Zahlen zu präsentieren. Kurz vor der Europawahl wollen die Menschen auch wissen, wer die politische Verantwortung trägt, und das ist seit mehr als einem Jahrzehnt die SPD. Die riesigen sozialen Unterschiede in Deutschland gehen auf das Konto der Agenda 2010, die ein Werk von Gerhard Schröder und Frank-Walther Steinmeier ist. Franz Münteferings Rentenkürzungsprogramme sorgen dafür, dass auch in den folgenden Jahren die soziale Ungleichheit wachsen wird. Jetzt plakatiert die SPD das Land mit sozialen Forderungen zu, gegen die sie in den letzten Jahren im Bundestag regelmäßig gestimmt hat. Wer so handelt, muss sich vorwerfen lassen, schon jetzt den nächsten Wahlbetrug vorzubereiten.“
Bilanz:
Zehn Jahre Regierungsverantwortung der "modernen" SPD (PDF)

"Gemeinsam mit uns treten unsere Partner aus der Partei der Europäischen Linken zu dieser Wahl an. Sie kommen aus 23 Ländern und vertreten über 400.000 Mitglieder. Was wir gemeinsam erreichen wollen ist ganz klar: Wir wollen eine starke linke Fraktion im Europäischen Parlament, um einen Politikwechsel zu erreichen. Als deutsche Linke werden wir unseren Beitrag dazu leisten. Unser Ziel sind 10 Prozent plus X", erklärt Spitzenkandidat und Parteivorsitzender Lothar Bisky.
8. Mai 2009 Helmut Scholz
Europatag und Europawoche stehen in diesem Jahr ganz im Zeichen der
Wahlen zum Europäischen Parlament am 7. Juni. Dazu erklärt der
Europakandidat Helmut Scholz, Vorstandsmitglied der LINKEN und der
Europäischen Linken:
Die Europawahlen finden mitten in der schwersten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg statt. Arbeits- und Ausbildungsplätze, Einkommen, Renten und Sozialleistungen sind in Gefahr, Millionen Bürgerinnen und Bürger leben in großer Sorge um ihre Zukunft. Die von den Mitgliedstaaten vereinbarte EU-Politik der grenzenlosen Wirtschaftsfreiheiten und des ungezügelten freien Wettbewerbs, der unkontrollierten Finanzströme, der Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen trägt daran eine nicht zu unterschätzende Mitschuld. Der Versuch, mehr Sicherheit durch Militarisierung und Aufrüstung, durch Teilnahme an
militärischen Operationen und Kriegen zu schaffen, hat nicht zu mehr Sicherheit, sondern zu größerer Instabilität und menschlichem Leid in und außerhalb Europas geführt.
Der Vertrag von Lissabon bricht mit dieser Logik nicht. Deshalb lehnt DIE LINKE ihn ab. Gebraucht wird nicht die Fortsetzung einer fehlgeschlagenen Politik, sondern ein Neubeginn. DIE LINKE steht für einen konsequenten Politikwechsel. Erst mit der Überwindung der Diskrepanz zwischen Finanz- und Sozialpolitik wird ein soziales, ökologisch nachhaltiges, demokratisches und friedliches Europa möglich, das die Bürgerinnen und Bürger selbst gestalten und über dessen Zukunft sie mitentscheiden.
Die Wahlen zum Europäischen Parlament geben den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, Einfluss auf die EU-Politik zu nehmen. Eine starke Wahlbeteiligung und die Entscheidung für Abgeordnete, die sich für die Interessen der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger einsetzen, wären wichtige Schritte für den überfälligen Politikwechsel. Es wäre zugleich ein Votum für europäische Integration.
07.05.2009

Lothar Bisky
"Die Partei der Europäischen Linken ist den Kinderschuhen entwachsen
und hat sich als eigenständiger Akteur auf der politischen Bühne
etabliert", sagt Lothar Bisky, Vorsitzender der Partei DIE LINKE und der
Europäischen Linkspartei aus Anlass ihres fünfjährigen Bestehens am
8. Mai. Der Spitzenkandidat zur Europawahl erklärt:
Die Europäische Linke ist gefragt, wenn es um einen Politikwechsel in
Europa geht. Mit ihren mehr als 400.000 Mitgliedern in 23 Ländern hat
sie ein groĂźes Potential an Ideen, an politischen Erfahrungen und
Durchsetzungskraft. Die Europäische Linke tritt an für soziale
Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden in Europa. Ich bin sehr
zuversichtlich, dass eine groĂźe Anzahl von Abgeordneten aus der
Europäischen Linken in das Europäische Parlament einziehen wird.
Die GroĂźe Koalition macht eine verfehlte Europapolitik zu Lasten der
Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Das hat dazu geführt, dass sich
viele Menschen nicht für europäische Themen interessieren. Der
Wahlkampf ist eine gute Chance, dies zu ändern.
Die Europäische Linke ist ein Projekt für eine moderne linke Partei
mit unterschiedlichen Kulturen. Ohne Pluralität kommt die Linke nicht
im 21. Jahrhundert an. Mit der Konzentration auf wenige gemeinsame
Themen - Soziales, Demokratie, ökologischer Umbau und Frieden - werden
wir für Wählerinnen und Wähler, für Menschen, die sich für ein
besseres Europa engagieren wollen, erkennbar. Erstmals bestimmt eine
gemeinsam erarbeitete und demokratisch abgestimmte Wahlplattform der 30
Mitglieds- und Beobachterparteien den Europawahlkampf der Linken. Das
ist ein historisches Ereignis.
Angesichts der tiefgreifenden Finanz-, Wirtschafts- und
Gesellschaftskrise brauchen wir neue Antworten auf die Probleme unserer
Zeit. Die Europäische Linke hat in ihrer Wahlplattform für die
Europawahlen 2009 sowohl langfristige Visionen und Ziele als auch
konkrete Schritte für die Umgestaltung der Europäischen Union
beschrieben. Wir wollen ein Europa der Völker statt der Konzerne, einen
sozial-ökologischen Umbau der EU, eine demokratische Union, deren
Bevölkerung die Grundfragen ihrer Verfasstheit in Volksabstimmungen
selbst entscheidet. Wir wollen ein Europa, dessen Bevölkerung in
Frieden und sozialer Sicherheit lebt. Wir stehen für eine Europäische
Union, die für friedliche Konfliktlösungen in der Welt statt
weltweiter Militäreinsätze streitet! Wir verteidigen eine weltoffene
EU, an deren Grenzen nicht jährlich Tausende Menschen sterben. Zu all
diesen Zielen findet man in unserer Wahlplattform konkrete Vorschläge.
29. April 2009 Dietmar Bartsch
Nach einem Einbruch der Konjunktur erwartet die Bundesregierung für das nächste Jahr wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum. Dazu erklärt der Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch:
Jede Woche hört man von der Bundesregierung neue Prognosen. Das ist unseriös, zumal die Koalition damit optimistischer in die Zukunft blickt als führende Wirtschaftsinstitute. Statt Zweckoptimismus ist Regierungshandeln gefragt. Die Bundesregierung muss endlich die Zuschauertribüne verlassen und rein in die Manege der Auseinandersetzung.
In Zeiten der Konjunktur haben Union und SPD das Wirtschaftswachstum als ihren Erfolg reklamiert. Jetzt in der Wirtschafts- und Finanzkrise legen sie die Hände in den Schoß und richten ihre Politik auf den Wahltag und nicht an den Erfordernissen des Landes aus. Die Koalition soll nicht nur Konjunkturpakete benennen, die den Namen nicht verdient haben, sozial unausgewogen sind, zu spät wirksam werden und im Umfang nicht ausreichen, sondern für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und die Konjunkturbelebung aktiv werden. Mit der Botschaft „Nach der Wahl wird alles besser“ können die Folgen der Krise nicht beseitigt werden. Auch 2005 wurden die Wählerinnen und Wähler mit der Mehrwertsteuerlüge betrogen.
26.03.2009

Zu Konsequenzen aus dem Sturz der tschechischen Regierung erklärt der Europakandidat der LINKEN Helmut Scholz, Mitglied des Parteivorstands der LINKEN und der Europäischen Linken:
Bedenkt man, dass mit dem Rücktritt Topolaneks binnen einer Woche zwei Regierungschefs mitteleuropäischer Staaten abtreten mussten, ist das Gejammer westeuropäischer Politiker über "die verantwortungslose Haltung der tschechischen Parlamentarier gegenüber der EU-Ratspräsidentschaft" nicht nur eine Verkennung der wirklichen Lagesondern auch heuchlerisch und verantwortungslos.
Die Krise trifft die mittel- und osteuropäischen Länder weit härterals die Westeuropas. Die neuen EU-Mitglieder verfügen bis auf die Slowakei und Slowenien noch nicht über den Euro und waren damit günstiges Spekulationsobjekt der großen Banken Österreichs, Deutschlands und anderer und sind nun von den Verwerfungen der internationalen Finanzmärkte besonders betroffen. Solidarität mit den neuen ist bei den alten EU-Mitgliedstaten ein Fremdwort. Sie haben eher das "Rette sich wer kann"-Prinzip zum Lösungsansatz der tschechischen und europäischen Politik gemacht. Der bedenkliche Rechtsschwenk einiger konservativer Parteikreise in Prag wird verdrängt. Die Komplexität notwendiger grundlegender Veränderungen in der Politik und die Sorgen und Erwartungen der Menschen werden nicht ernst genommen.
Nachhaltige finanzielle Unterstützung hat der Europäische Rat Tschechien und anderen Staaten dieser Region auf seiner letzten Zusammenkunft vergangene Woche gerade erst verwehrt. Im Mittelpunkt der dringend notwendigen politischen Kurskorrektur inTschechien wie in der EU überhaupt sollte deshalb nicht die Sorge um den Lissabon-Vertrag stehen, der diese gescheitere neoliberale Politik fortschreibt. Wenn "mehr Europa" und eine aktive Beteiligung der tschechischen Bevölkerung gewollt sind, muss endlich Partnerschaftlichkeit in allen Bereichen der EU durchgesetzt werden. Es ist an der Zeit, dass die Regierenden der westeuropäischen Staaten endlich begreifen, dass die Europäische Union letztlich nur dann Erfolg haben kann, wenn ihre Mitgliedstaaten solidarisch miteinander umgehen, was immer auch bedeutet, dass die schwächeren von den stärkeren unterstützt werden. Genau dies hat die Europäische Union der Bevölkerung dieser Länder in den letzten vier Jahren, vor allem aber seit Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, vorenthalten.
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Quelle:http://www.die-linke.de/presse/presseerklaerungen/detail/artikel/krokodilstraenen-loesen-keines-der-probleme/
28.02.2009

Die Delegierten des Europaparteitages am 28. Februar in Essen haben das Europawahlprogramm beschlossen. Lothar Bisky, Vorsitzender der Partei DIE LINKE und der Partei der Europäischen Linken, appelliert an die Parteitagsdelegierten: "Gehen wir selbstbewusst in den Wahlkampf. Wir haben Grund dafür. Jetzt macht die Linke europaweit eine Erfahrung: Nur gelebte Pluralität bringt uns im 21. Jahrhundert voran. Deshalb steht für mich die Zusammenarbeit mit anderen Linken aus Europa ganz oben. Wir wollen die Arbeit in einer gemeinsamen linken Fraktion vorsetzen." Zu Beginn der Vertreterinnenversammlung zur Wahl der Kanidatinnen zur Europawahl wurde Lothar Bisky mit 93,4 Prozent als Spitzenkandidaten aufgestellt. Am späten Abend setzte sich die Göttingerin Sabine Lösung in einer Kampfabstimmung um Platz 7 gegen Sylvia-Yvonne Kaufmann durch.
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